Der Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson geht davon aus, dass sich die vulkanische Aktivität auf der Halbinsel Reykjanes ihrem Ende nähert. In einem Interview mit mbl.is sagte er: „Ich denke, wir sind kurz davor, dass das Ganze vorbei ist.“
Nach seinen Einschätzungen deutet die derzeit unter Svartsengi gemessene Magmamenge darauf hin, dass ein Ausbruch zwar jederzeit möglich wäre, jedoch nicht zwingend eintreten muss. Die aktuelle Situation unterscheide sich von früheren Ereignissen vor allem durch die deutlich geringere Geschwindigkeit des Magmazuflusses.
Magmazufluss deutlich gesunken
Zu Beginn der Eruptionen in der Sundhnúka-Kraterserie lag der Zufluss aus tieferen Magmaschichten bei rund neun Kubikmetern pro Sekunde. Inzwischen sei dieser Wert auf etwa einen Kubikmeter pro Sekunde gefallen. „Wir sind fast bei null. Wenn null erreicht ist, hört es ganz offensichtlich auf“, so Þórðarson.
Diese Verlangsamung könne dazu führen, dass sich die Spannung langsamer aufbaut als bei früheren Ausbrüchen. Zwar zeigten Messgrafiken, dass ein Ausbruch jederzeit beginnen könne, ebenso sei aber ein Szenario denkbar, bei dem über Wochen hinweg nichts geschieht.
Möglicher Ausbruch wohl der letzte
Sollte es dennoch zu einer Eruption kommen, erwartet der Vulkanologe keine neue Eskalation. Ein möglicher Ausbruch würde dem vorherigen sehr ähnlich sein und keine grundlegenden Auswirkungen auf die Halbinsel Reykjanes haben. „Ich schätze, wenn es zu einem Ausbruch kommt, wird es wahrscheinlich der letzte sein“, sagte Þórðarson – betonte jedoch, dass diese Einschätzung eine fachliche Vermutung bleibe.
Trotz der vorsichtig optimistischen Einschätzung will Þórðarson die Entwicklung weiter aufmerksam beobachten. Die Reykjanes-Halbinsel bleibe ein aktives Vulkangebiet, auch wenn die aktuelle Phase ihrem Abschluss entgegengehen könnte.
Titelbild: Vulkanausbruch an den Sundhnjukargigar Juli 2025 / Mirjam Lassak
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