Svartsengi: Magma füllt sich rasant – Risiko für neuen Ausbruch steigt
Ein Update des isländischen Wetteramts zeigt: Unter Svartsengi sammeln sich erneut große Magmamengen. Ein Ausbruch könnte Ende September möglich sein. Die Gefahrenkarte bleibt vorerst unverändert.
Die Magmaansammlung unter Svartsengi setzt sich fort und geht mit einer deutlichen Landhebung einher. Laut einem aktuellen Update des isländischen Wetteramts haben sich seit dem Ende des letzten Ausbruchs der Sundhnúka-Kraterreihe am 5. August – dem neunten seit Dezember 2023 – rund 9 Millionen Kubikmeter Magma gebildet.
„Das Magma hat sich seit dem Ende des letzten Ausbruchs einer Menge von etwa zehn Millionen Kubikmetern angenähert“, sagte Benedikt Gunnar Ófeigsson, Leiter der Deformationsmessung beim Wetteramt, im Interview mit mbl.is. Er erklärte, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines neuen Ereignisses erhöhe, sobald rund 12 Millionen Kubikmeter erreicht seien – die Menge, die beim letzten Ausbruch aus dem Magmaansammlungsgebiet abgeflossen ist.
Messungen zeigen, dass die Akkumulation aktuell mit ähnlicher Geschwindigkeit wie zuletzt anhält. Modellrechnungen schätzen, dass sich bis Ende September etwa 11 Millionen Kubikmeter ansammeln werden. Damit könnte in der zweiten Monatshälfte ein kritischer Wert erreicht sein.
Ófeigsson betonte: „Es besteht Unsicherheit hinsichtlich des nächsten möglichen Ausbruchs. Die Menschen sind aber auf die Möglichkeit bedeutender Ereignisse vorbereitet, wenn die Magmaansammlung das Niveau erreicht, das sie vor dem letzten Ausbruch hatte.“
Die Erfahrung aus den bisherigen Eruptionen der Sundhnúka-Kraterreihe zeigt, dass die Grenzen des Ausbruchsbeginns von Ereignis zu Ereignis variieren. Es ist daher möglich, dass die aktuelle Phase länger anhält, bevor ein Ausbruch einsetzt.
Die Gefahrenkarte bleibt vorerst unverändert, wird aber in der kommenden Woche überarbeitet.
Titelbild: Rauch des Vulkanausbruches am Sundhnjukar 25.07.2025 / Mirjam Lassak