Reynisfjara, Südisland – Ein tragischer Unfall am beliebten Strand Reynisfjara bei Vík erschüttert Island: Ein neunjähriges Mädchen aus Deutschland ist am gestrigen Samstag ums Leben gekommen, nachdem es mit seinem Vater ins Meer geraten war. Auch die Schwester und der Vater stürzten ins Wasser, konnten sich aber retten. Das Mädchen wurde etwa zwei Stunden nach dem Vorfall von einem Hubschrauber der isländischen Küstenwache geborgen und ins Krankenhaus gebracht – dort konnte jedoch nur noch ihr Tod festgestellt werden.
Laut Angaben der Polizei Südislands laufen derzeit Untersuchungen zu dem Vorfall. Die genauen Umstände, wie es zu dem tragischen Sturz kam, sind noch unklar.
Diskussion über Sicherheit und Zugang
Die Grundbesitzer von Reynisfjara teilten in einer Erklärung mit, dass sie nun prüfen möchten, wie Touristen besser über die Gefahren an diesem Strand aufgeklärt werden können. Bereits 2022 hatte eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und Sicherheit in die Wege geleitet. Dazu gehören Warnschilder, ein Wellenvorhersagesystem sowie neue Beleuchtung. Dennoch sei die Lage komplex.
Trotz der gut sichtbaren und in mehreren Sprachen angebrachten Warnhinweise ignorieren immer wieder Besucherinnen und Besucher die Hinweise und begeben sich unüberlegt zu nah an die Wasserkante. Auch am Tag des Unglücks waren die Wellen stark und die Bedingungen riskant.
Lebensgefahr auch für Einsatzkräfte
„Es gibt viel zu viele Menschen, die sich trotz Warnungen und Informationsschildern zu nah an die Küste wagen“, sagt Grímur Hergeirsson, Polizeichef von Südisland bei RUV. „Wir können nicht jedem die Hand reichen.“
Solche Situationen nicht nur für die Betroffenen gefährlich seien, sondern auch die Rettungskräfte selbst in Lebensgefahr bringen: „Bei starker Brandung können auch wir kaum eingreifen. Ohne Hubschrauber ist ein Zugang nahezu unmöglich – das Risiko ist enorm.“
Er stellt die grundsätzliche Frage: „Müssen alle Reiseziele wirklich jederzeit zugänglich sein?“ – auch angesichts der Tatsache, dass selbst gute Schwimmer bei starker Strömung keine Chance hätten.
Jeder trägt Verantwortung
Grímur Hergeirsson kündigte an, dass nun gemeinsam mit verschiedenen Interessenvertretern eine Überprüfung der Sicherheitslage stattfinden werde. Ob das Gebiet künftig bei bestimmten Bedingungen gesperrt werden soll, sei noch offen.
Appelle an Eigenverantwortung der Besucher: Wer sich absichtlich über Verbote hinwegsetzt oder Warnungen missachtet, gefährdet nicht nur das eigene Leben – sondern bringt im Ernstfall auch die Rettungsteams in Gefahr.
Die Redaktion sendet aufrichtige Beileidsbekundung.


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