Kürzlich sind elf junge und vielversprechende Fußballspielerinnen aus Malawi am Flughafen Keflavík gelandet. Sie sind in dieses Land gekommen, um am Rey Cup-Fußballturnier teilzunehmen, das dieses Wochenende stattfinden wird.
„Es ist das erste Mal, dass eine Frauenmannschaft aus Malawi nach Europa kommt, um an einem Fußballturnier teilzunehmen“, sagt Jóhann Bragi Fjalldal, Ansprechpartner der Mannschaft. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt und viele der Mädchen sind dort aufgewachsen große Armut.
Die Mädchen spielen bei Ascent Soccer, der einzigen Fußballakademie in Malawi. Dort trainieren Jungen und Mädchen, die die Trainer der Akademie spielen gesehen haben, aber sie besuchen Dörfer in diesem Land auf der Suche nach jungen und vielversprechenden Fußballspielern.
Das Ziel der Akademie beschränkt sich nicht nur auf den Fußball, sondern geht auch darum, Kindern mehr und bessere Chancen im Leben zu bieten.
Nicht zum ersten Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass eine Mannschaft aus Malawi am Rey Cup teilnimmt, doch letztes Jahr kamen 16 Jungen ins Land, um am Turnier teilzunehmen. Sie haben wenig für sich getan und wurden Rey-Cup-Meister in der dritten Kategorie der Männer.
Sechs dieser Jungs kamen dieses Jahr zum Turnier zurück und freuten sich sehr auf die Rückkehr nach Island.
Jóhann sagt, es sei schon immer ein Traum gewesen, eine Mädchenmannschaft zum Turnier zu bringen, aber die Bedingungen im Heimatland seien so, dass es schwierig sei, eine ganze Mädchenfußballmannschaft zusammenzustellen.
„Mädchen haben in diesem Land nur begrenzte Möglichkeiten, sie werden ein wenig zurückgehalten.“ […]. Es ist schwer, Mädchen im Land zu finden, die Fußball spielen, das gehört einfach nicht zu ihrer Kultur. Sie sollten lieber zu Hause sein und helfen. Auch Kinderheirat ist ein großes Problem und Mädchen werden trotz ihres jungen Alters oft an Männer verschenkt.“
An die Kälte kann man sich kaum gewöhnen
Es kann kostspielig sein, eine ganze Fußballmannschaft aus Malawi nach Island zu holen, aber isländische Sponsoren haben zu der Sache beigetragen, und Jóhann sagt, dass solche Zuschüsse einen Unterschied machen können. Zu den Sponsoren zählen das Außenministerium, Íslandsbanki, Advania und Sjóvá.
Laut Jóhann mögen die Mädchen das Land, aber sie planen, während ihres Aufenthalts unter anderem Wale zu beobachten. Allerdings fällt es ihnen schwer, sich an die Kälte in Island zu gewöhnen, da das Wetter völlig anders ist als zu Hause.
Auch die Fußballplätze hier in Island unterscheiden sich stark von denen in Malawi, und Jóhann sagt, dass viele der Mädchen es gewohnt sind, auf Sandfeldern oder auf hartem Kunstrasen zu spielen.
„Dass der Ball zurückspringt, wenn sie ihn schießen, haben viele von ihnen noch nie zuvor gesehen“, sagt er.

