Der Ausbruch der Sundhnúkagígar-Kraterreihe auf der Halbinsel Reykjanes dauert an, zeigt jedoch eine rückläufige Tendenz. In den letzten 24 Stunden hat die Aktivität deutlich abgenommen und konzentriert sich nun auf das Zentrum der Eruptionsspalte, wie die meteorologische Agentur mitteilt. In der Magmakammer wurde kaum noch seismische Aktivität registriert, auch die Turbulenzen rund um die Krater haben sich verringert.



Verteilung von Schwefeldioxid (SO₂) aus dem Ausbruch des Sundhnúk-Krater
laut Daten des Copernicus Sentinel-5P Mapping Portal.
Keine Auswirkungen auf den Flugverkehr – Keine Aschefreisetzung
Bei diesem Ausbruch wurde keine Vulkanasche freigesetzt, was bedeutet, dass der Flugverkehr von und nach Island uneingeschränkt fortgeführt werden kann. Der Luftraum über Island bleibt geöffnet.
Landung in Akureyri erneut wegen schlechter Sicht gescheitert
Zum zweiten Mal in Folge konnte ein Flugzeug einer ausländischen Fluggesellschaft nicht wie geplant in Akureyri landen: Eine Maschine der Schweizer Airline Edelweiss, die heute Morgen aus Keflavík ankam, musste nach langer Warteschleife über Nordisland nach Reykjavík zurückkehren, wie akureyri.net berichtet. Bereits gestern war ein Flug von Transavia aus Amsterdam nach Egilsstaðir umgeleitet worden – jeweils wegen schlechter Sichtverhältnisse.
Rund 100 Passagiere, die von Akureyri in die Schweiz fliegen wollten, wurden per Bus nach Reykjavík gebracht und dort in einem Hotel untergebracht. Ihr Abflug erfolgt erst am nächsten Morgen – mit rund 24 Stunden Verspätung.
Weitere Informationen und Warnsysteme
- Luftqualitätsdaten: Umwelt- und Energieinstitut Islands – Daten werden alle 10 Minuten aktualisiert
- Gasverschmutzungsprognose: Wetteramt Islands (vedur.is) – Vorschau auf die nächsten 48 Stunden
- Meldung von Gasgeruch in Siedlungen: Online-Formular beim Wetteramt
- Satellitenüberwachung (Sentinel-5P): Europäische Schwefelverteilungskarte
Weitreichende Gasverschmutzung – Blauer Dunst über Nord- und Westisland
Trotz des geringeren Lavaflusses hat sich die vulkanische Gasverschmutzung stark ausgebreitet. Schwefeldioxid (SO₂), das bei der Eruption freigesetzt wird, hat sich über große Teile des Landes und darüber hinaus aufs offene Meer im Norden und Westen verteilt. Unter idealen Bedingungen – schwacher Wind, hohe Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung – bildet sich sogenannter Blausmog (vulkanischer Dunst). Dabei verwandelt sich SO₂ in feine Sulfatpartikel, die gesundheitlich belastend sein können.
Besonders stark betroffen sind derzeit Nord- und Westisland, wo der blaue Dunst sichtbar ist und Messungen erhöhte Werte bestätigen.
Gesundheitliche Empfehlungen: Empfindliche Personen sollten Vorsicht walten lassen
Die isländischen Gesundheitsbehörden raten Personen mit Atemwegserkrankungen, Kindern und älteren Menschen, körperliche Aktivitäten im Freien zu vermeiden, insbesondere bei hoher Schadstoffbelastung. Auch gesunde Menschen können durch den Vulkandunst Beschwerden wie Augenreizungen oder Atemprobleme verspüren. Es wird empfohlen, Fenster geschlossen zu halten, Lüftungssysteme zu reduzieren und nur bei besserer Luftqualität zu lüften.
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