Die Adlerbrutsaison in Island verlief im Sommer 2025 deutlich schlechter als in den vergangenen beiden Jahren. Wie aus einer Mitteilung des Isländischen Instituts für Naturgeschichte hervorgeht, schlüpften zwar mindestens 60 Paare, doch nur 36 Brutpaare konnten erfolgreich Jungvögel aufziehen – so wenige wie lange nicht mehr.
Weniger erfolgreiche Nester als 2023 und 2024
Insgesamt wurden 102 Nester kontrolliert, davon 74 mit Jungvögeln. Der Bruterfolg lag damit klar unter den Ergebnissen der Jahre 2023 und 2024, als jeweils 43 Paare Nachwuchs großzogen. Dieses Jahr schafften es 36 Paare, mindestens 49 Jungvögel aufzuziehen. 47 von ihnen wurden in 34 Nestern markiert.
Die Zahlen ähneln stark dem Jahr 2022, in dem 58 Paare brüteten, aber nur 27 Paare insgesamt 38 Jungvögel großziehen konnten. 2025 zählt damit zu den brutärmsten Jahren der jüngeren Zeit.
Hoher Anteil an Doppelküken – Bestand wächst dennoch
Trotz der geringen Zahl erfolgreicher Brutpaare wird die Zahl der Jungvögel als zufriedenstellend bewertet. In vielen Nestern wurden diesmal zwei Jungvögel großgezogen. Der Bestand wächst weiterhin langsam, aber stabil: Derzeit leben rund 90 Jungadler im Westen des Landes – von Faxaflói bis Húnaflói.
Forschung mit GPS/GSM-Sendern seit 2019
Seit 2019 werden im Sommer Adlerküken mit GPS/GSM-Sendern ausgestattet, um ihre Bewegungen, Aufenthaltsorte und Wanderungen zu dokumentieren.
Sommer 2025:
- 8 Küken markiert – weniger als in den Vorjahren
- Grund: starke Größenunterschiede zwischen den Küken; viele waren noch nicht groß genug für einen Sender
Gesamtdaten 2019–2025:
- 80 markierte Adlerküken
- 44 leben noch und ihre Sender sind aktiv
- 38 aus den Vorjahren
- 6 aus dem Sommer 2025
- Todesursachen der verstorbenen Jungvögel:
- Vogelgrippe (3 bestätigte Fälle)
- Kollisionen mit Stromleitungen
- Bleivergiftung durch Aas von Gänsen
- Ertrinken
Die Sender sollen die Tiere ihr gesamtes Leben begleiten. Langfristig ermöglichen die Daten eine exakte Analyse ihrer Routen – wichtig etwa für Entscheidungen, wo Infrastrukturprojekte wie Windkraftanlagen nicht gebaut werden sollten, da diese für Adler deutlich riskanter sind als für andere Vögel.
Zusammenarbeit mehrerer Institutionen
Die Überwachung der Adler erfolgt durch das Isländische Institut für Naturgeschichte in Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Westislands, der Universität Island sowie mit Unterstützung der lokalen Bevölkerung.
Titelbild: Adler in den Westfjorden / © Mirjam Lassak
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