Am Flughafen Keflavík stapeln sich die Rekordzahlen: Noch nie wurden so viele illegale Substanzen entdeckt wie in diesem Jahr. Neben Kokain, Meth und Amphetamin bereitet vor allem eine neue, hochgefährliche Droge Sorgen – Nitzene. Die Polizei spricht von einer Drogenflut, wie Island sie noch nicht erlebt hat.
Die leitende Juristin der Polizei von Suðurnes, Alda Hrönn Jóhannsdóttir sagt bei Visir, die Menge der am Flughafen entdeckten Stimulanzien sei beispiellos. Innerhalb eines Jahres habe sich die Einfuhr neuer psychoaktiver Stoffe vervielfacht. Besonders auffällig: Nitazene, ein synthetisches Opiat, das vergangenes Jahr nur in Spuren auftauchte, wurde nun in mehr als dreißigfacher Menge gefunden. Der nationale Polizeichef warnt ausdrücklich vor der extremen Gefährlichkeit des Stoffes, der europaweit mit zahlreichen Todesfällen in Verbindung gebracht wird.
Auch die Mengen klassischer Drogen erreichen historische Höchststände. Fast 81 Kilogramm Kokain wurden bislang in diesem Jahr sichergestellt – doppelt so viel wie je zuvor. Amphetamin und Methamphetamin liegen ebenfalls weit über früheren Rekorden, insgesamt etwa 18 Kilogramm. Cannabis erreichte mit 264 Kilogramm eine neue Höchstmarke, rund zwanzig Prozent mehr als im Vorjahr. Rückläufig sind lediglich Substanzen wie Ketamin und Oxycodon, deren beschlagnahmte Menge um etwa acht Kilogramm sank.
Mit der Menge steigen auch die Fälle. Fast neunzig schwere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden am Flughafen registriert – so viele wie noch nie. Für Alda ist das ein Hinweis auf weiterhin hohes Angebot und unverändert starke Nachfrage. Abwasseranalysen stützen diese Einschätzung.
Sie sagt, die meisten Fälle seien Teil organisierter krimineller Aktivitäten, sowohl isländischer als auch ausländischer Gruppen. Auffällig sei zudem der starke Anstieg von Importen in flüssiger Form. Das deute darauf hin, dass die Substanzen zunehmend erst in Island weiterverarbeitet und dosiert werden.
Besonders häufig sind sogenannte Trägertiere im Einsatz – Menschen, die Drogen im Auftrag von Banden transportieren. Manche tun dies aus finanzieller Not, andere werden zur Teilnahme gezwungen. Neben Koffern tauchen Drogen in Luftfrachtsendungen und in den unterschiedlichsten Alltagsgegenständen auf.
Jón Halldór Sigurðsson, Polizist in Suðurnes, sagt, er könne sich an keine vergleichbare Drogenflut erinnern. Die Methoden der Schmuggler seien vielfältig und oft kreativ. Vom Gepäckfach über umgebaute Alltagsgegenstände bis hin zu scheinbar harmlosen Dekorobjekten – alles werde genutzt, um Substanzen ins Land zu bringen.
Die Polizei warnt eindringlich vor Nitzene. Schon kleinste Mengen können tödlich sein. Alda Hrönn Jóhannsdóttir betont, dass die Substanz keinesfalls konsumiert werden dürfe.
Titelfoto von Colin Davis auf Unsplash
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