In Island laufen derzeit umfangreiche Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität, bei denen insbesondere großflächiger Cannabisanbau im Fokus steht. Vier Personen befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen, die von der nordostisländischen Polizei geleitet werden, beziehen sowohl ausländische als auch einheimische Verdächtige ein.
Internationale Zusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle in dem Fall. Während die Polizei keine konkreten Angaben zur Herkunft der ausländischen Verdächtigen macht, berichteten einige Medien, dass es sich um albanische Staatsangehörige handeln soll – eine Information, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurde.
Der Fall nahm am 18. Juni mit mehreren Hausdurchsuchungen in Raufarhöfn, Borgarfjörður, Kópavogur und Reykjavík seinen Anfang. Insgesamt wurden sechs Objekte durchsucht. Beteiligt waren neben der nordostisländischen Polizei auch Einsatzkräfte aus Westisland, der Hauptstadtregion sowie die Spezialeinheit des Nationalen Polizeikommissars.
Laut Skarphéðinn Aðalsteinsson, dem Leiter der Ermittlungsabteilung der Polizei im Nordosten, wurden bei den Einsätzen Drogen und Cannabispflanzen beschlagnahmt, wie RUV berichtet. In einem Fernsehinterview erklärte Aðalsteinsson, die Polizei habe derzeit keine Hinweise darauf, dass die Verdächtigen gefährlich seien. Die Ermittlungen laufen seiner Aussage nach jedoch gut. Für drei der vier Inhaftierten endet die Untersuchungshaft am 17. bzw. 18. Juli. Für eine weitere Person lief sie am 11. Juli aus – eine Verlängerung wurde beantragt.
Ob der Drogenanbau und die Produktion gänzlich gestoppt wurden, lässt sich laut Aðalsteinsson noch nicht sagen. An den bislang durchsuchten Orten sei die Aktivität jedoch unterbunden worden. Die Ermittler prüfen derzeit mögliche weitere Verbindungen sowie, ob es verdeckte Standorte oder aktive Netzwerke gibt.
Die Ermittlungen dauern an. Laut Aðalsteinsson sei es noch zu früh, um den vollständigen Umfang der kriminellen Strukturen zu beurteilen. Klar sei jedoch: Es handelt sich um ein Problem mit landesweiter Tragweite.
Weitere Island-News
Geothermie in Island: Eldvörp soll an Kraftwerk Svartsengi angebunden werden
In Island plant HS Orka, die geothermischen Ressourcen der Kraterkette Eldvörp über Pipelines an das Kraftwerk Svartsengi anzubinden. Die Leistung…




