Háifoss vor Tourismus-Boom: Stranger Things sorgt für 5.000 Prozent mehr Suchanfragen
Nach einem Auftritt in Stranger Things steigen die Suchanfragen nach Háifoss um 5.000 Prozent. Die Tourismusbehörde rechnet mit wachsendem Besucherandrang und beginnt mit regelmäßigen Messungen.
Der Wasserfall Háifoss im Þjórsárdalur könnte in den kommenden Jahren zu einem der gefragtesten Reiseziele in Island werden. Auslöser ist ein Auftritt in der aktuellen Staffel der US-amerikanischen Science-Fiction-Mysteryserie Stranger Things auf Netflix. Wie die Isländische Tourismusbehörde Ferðamálastofa mitteilt, stiegen kurz nach Veröffentlichung die Online-Suchanfragen nach dem Namen des Wasserfalls um rund 5.000 Prozent.
Das Isländische Fremdenverkehrsamt geht davon aus, dass sich die gestiegene Aufmerksamkeit in den kommenden Monaten deutlich auf die Besucherzahlen auswirken wird. Besonders im Sommer, wenn die Hochlandpisten im Süden gut befahrbar sind, wird mit wachsendem Interesse gerechnet.
Vor diesem Hintergrund hat die Behörde begonnen, die Besucherzahlen am Háifoss regelmäßig zu erfassen. Ziel ist es, verlässliche Echtzeitdaten zu gewinnen, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
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Vorbild Stuðlagil? Erfahrungen aus der Vergangenheit
Nach Einschätzung von Fachleuten könnte sich Háifoss ähnlich entwickeln wie andere durch Medienpräsenz bekannt gewordene Orte in Island. Als Beispiel gilt der Basaltcanyon Stuðlagil, der innerhalb weniger Jahre einen massiven Besucheranstieg verzeichnete.
Auch frühere Film- und Musikproduktionen hatten messbare Effekte: Das Flugzeugwrack auf dem Sólheimasandur sowie die Schlucht Fjaðrárgljúfur wurden nach einem Musikvideo von Justin Bieber international bekannt – mit entsprechend stark steigenden Besucherzahlen.
Die Tourismusbehörde betont, dass internationale Film- und Serienproduktionen einen erheblichen Einfluss auf Reiseentscheidungen haben können.
Daten als Grundlage für Planung und Schutz
Die laufende Zählung soll als Entscheidungsgrundlage dienen – sowohl für infrastrukturelle Maßnahmen als auch für den Schutz des sensiblen Naturraums. Verlässliche Zahlen sind entscheidend für:
Gebietsentwicklung
Infrastruktur- und Serviceplanung
Vermeidung von Überlastung
Die aktuellen Tageszahlen sind im offiziellen Tourismus-Dashboard einsehbar.
Infrastruktur unter Druck
Derzeit ist die Zufahrtsstraße zum Wasserfall in schlechtem Zustand, eine ausgebaute Infrastruktur fehlt. Gleichzeitig ist der Standort landschaftlich äußerst attraktiv: Ein rund acht Kilometer langer Wanderweg verbindet Háifoss mit dem historischen Ort Stöng im Þjórsárdalur und führt durch die eindrucksvolle Fossárgil-Schlucht, in die der Wasserfall hinabstürzt.
Eine neue Straße ist in Planung, konkrete Umsetzungsdetails stehen jedoch noch aus.
Süden bleibt Wachstumsregion
Der Süden Islands zählt weiterhin zu den dynamischsten Tourismusregionen des Landes. Trotz umfangreicher Investitionen in den vergangenen Jahren – insbesondere im Bereich Unterkünfte – ist kein Ende der Entwicklung absehbar.
Ein möglicher Boom rund um Háifoss würde diese Dynamik weiter verstärken. Entscheidend wird sein, ob Infrastruktur und Naturschutz mit dem Tempo des Interesses Schritt halten können.
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