Der Isländische Fotografenverband macht in seiner neuesten Mitteilung auf ein Problem aufmerksam, das nach Einschätzung des Verbands in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat: Immer mehr ausländische Anbieter organisieren Fotoreisen und Workshops in Island, ohne dabei die gesetzlichen Anforderungen für den gewerblichen Transport zahlender Teilnehmer zu erfüllen. Mit einer umfangreichen Informationskampagne will der Verband deshalb für mehr Rechtssicherheit, Sicherheit der Reisenden und faire Wettbewerbsbedingungen sorgen.
Auslöser für die Initiative ist die wachsende Zahl internationaler Fototouren nach Island. Der Fotografenverband betont ausdrücklich, dass das steigende Interesse an Island als Reiseziel für Fotografen grundsätzlich positiv sei und die Attraktivität des Landes unterstreiche. Gleichzeitig habe sich jedoch gezeigt, dass nicht alle Veranstalter mit den isländischen Vorschriften vertraut seien oder die notwendigen Genehmigungen eingeholt hätten.
Wann Fotoreiseveranstalter eine Genehmigung benötigen
Besonders problematisch sind nach Angaben des Verbands Fälle, in denen ausländische Veranstalter ihre zahlenden Teilnehmer selbst mit Fahrzeugen durch Island transportieren, die sie am Flughafen angemietet haben. Für solche kommerziellen Fahrten gelten in Island klare gesetzliche Vorgaben, ein normaler Mietwagen entspricht diesen nicht. Erforderlich sind unter anderem eine Betriebsgenehmigung der isländischen Verkehrsbehörde, ein für den gewerblichen Personentransport zugelassenes Fahrzeug sowie die entsprechende Personenbeförderungs-Fahrerlaubnis. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann die Tätigkeit als illegal eingestuft werden.
Der Verband weist darauf hin, dass es sich dabei keineswegs um reine Verwaltungsvorschriften handelt. Die gesetzlichen Regelungen dienen dem Schutz der Fahrgäste, regeln Fragen der Haftung und des Versicherungsschutzes und sollen zugleich gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen schaffen, die legal im isländischen Tourismus tätig sind.
Aufklärungskampagne zeigt erste Erfolge
Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, verschickte der Vorstand des Isländischen Fotografenverbands mehr als 100 Schreiben an ausländische Anbieter von Fotoreisen und Workshops. Darin wurden die geltenden gesetzlichen Bestimmungen erläutert und insbesondere auf die Vorschriften für den Transport zahlender Teilnehmer hingewiesen. Ziel der Aktion sei es gewesen, Veranstalter über ihre Pflichten zu informieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Angebote rechtskonform umzusetzen – nicht jedoch, Fotoreisen nach Island grundsätzlich zu verhindern.
Nach Angaben des Verbands zeigte die Kampagne bereits erste Erfolge. Mehrere beworbene Fotoreisen seien nach den Hinweisen aus dem Angebot entfernt oder in ihrer bisherigen Form nicht mehr angeboten worden. Andere Veranstalter hätten sich für die Informationen bedankt und eingeräumt, dass ihnen die rechtlichen Anforderungen in Island bislang nicht ausreichend bekannt gewesen seien. Frühzeitige Information kann dazu beitragen, illegale Angebote zu reduzieren und gleichzeitig das Bewusstsein für die geltenden Regeln zu stärken.
Faire Wettbewerbsbedingungen im Tourismus
Nach Ansicht des Verbands ist dies auch deshalb wichtig, weil Fotoreisen mittlerweile ein bedeutender Bestandteil des Island-Tourismus sind. Werden Reisen ohne die erforderlichen Genehmigungen durchgeführt, entstehe nicht nur ein Wettbewerbsnachteil für legal arbeitende Unternehmen. Auch Fragen der Sicherheit, Haftung und des Versicherungsschutzes könnten im Schadensfall erhebliche Probleme verursachen. Der Isländische Fotografenverband kündigt an, die Entwicklung weiterhin zu beobachten und Veranstalter über die geltenden Vorschriften zu informieren.
Hinweisgeber
Zudem bittet der Verband um Hinweise auf möglicherweise nicht den isländischen Gesetzen entsprechende Fototouren oder Workshops. Entsprechende Meldungen sollen vertraulich behandelt und an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden. Hinweise können unter dieser Mail eingereicht werden: stjorn@ljosmyndarafelag.is oder direkt über das Formular auf der Webseite des Fotografenverbandes.
Gesamter Tourismussektor betroffen
Das Thema betrifft nicht nur Fotoreisen, sondern den gesamten Tourismussektor in Island. Wer gewerblich Gäste transportiert, muss unabhängig von der Art des Angebots die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Der Fotografenverband setzt dabei nach eigenen Angaben vor allem auf Information und Prävention, um einen sicheren und fairen Markt für alle Beteiligten zu fördern.
Die Kontrollen durch die isländischen Behörden wurden zuletzt deutlich intensiviert. Dabei deckten sie mehrfach illegal durchgeführte Foto- und andere Touren auf. In einem Fall endete dies sogar mit der Ausweisung des Verantwortlichen und einem anschließenden Wiedereinreiseverbot.
So sind lizensierte, seriöse Fotoreiseveranstalter erkennbar
Wer eine Fotoreise nach Island bucht, sollte sich vor Buchung nach der Betriebsgenehmigung der isländischen Verkehrsbehörde, der Zulassung des Fahrzeugs für den Personentransport sowie der entsprechenden Personenbeförderungs-Erlaubnis erkundigen. Der bloße Nachweis über eine in Deutschland abgeschlossene Versicherung ist vollkommen unzureichend. Seriöse Veranstalter machen diese Informationen in der Regel transparent auf ihrer Website oder anderen Medien zugänglich. So lässt sich das Risiko vermeiden, dass eine Reise wegen fehlender Genehmigungen vorzeitig endet.
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