Der geplante Unterwassertunnel zwischen dem isländischen Festland und den Westmännerinseln soll den Namen Eyjagöng tragen. Hinter dem Projekt steht die isländische Firma Eyjagöng ehf., die gegründet wurde, um die Machbarkeit einer festen Verbindung zu den Vestmannaeyjar zu untersuchen und die Planung, Finanzierung, den Bau und später auch den Betrieb vorzubereiten.
Die umfangreichen Felduntersuchungen sind inzwischen abgeschlossen. Nun werden die gesammelten Daten ausgewertet und für eine Machbarkeits- und Kostenanalyse aufbereitet.
Tunnelspezialist untersucht Bedingungen auf Heimaey
In der vergangenen Woche war Eivind Grøv, technischer Berater von Eyjagöng, auf Heimaey. Er besichtigte unter anderem die mögliche Trasse des Unterwassertunnels sowie das Gebiet rund um die Forschungsbohrung EG-01.
Gemeinsam mit Vertretern von Eyjagöng und den Projektberatern untersuchte Grøv außerdem die Bohrkerne aus den beiden Forschungsbohrungen EG-01 auf Heimaey und EG-02 auf Landeyjasandur.
Die Bohrkerne bilden zusammen mit den Meeresbodenmessungen eine wichtige Grundlage für die geologische Bewertung des Projekts.
Grøv verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Tunnelbau und in der Felsmechanik. Er war unter anderem Chefwissenschaftler bei SINTEF und Professor an der NTNU in Trondheim. Außerdem war er an den Hvalfjarðargöng in Island beteiligt und als Berater bei den Unterwassertunneln der Färöer tätig. Seit Mai 2026 arbeitet er als technischer Berater für Eyjagöng.
Staat unterstützt Machbarkeitsstudie
Am 4. September unterzeichneten Infrastrukturminister Eyjólfur Ármannsson und Vertreter von Eyjagöng eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit.
Eyjagöng ehf. übernimmt die Durchführung und Finanzierung der umfangreichen Machbarkeitsuntersuchungen. Dabei werden unter anderem geologische und technische Voraussetzungen, Umweltfaktoren, Verkehrsprognosen und die Finanzierung betrachtet.
Der Staat unterstützt die Arbeiten unter anderem durch die Bereitstellung von Daten und Analysen sowie durch Beratung bei Genehmigungen und bei einer möglichen Anbindung an das isländische Straßennetz.
Die Untersuchungen sollen insgesamt etwa zwei Jahre dauern.
August: Letzte Kernbohrung abgeschlossen
Ende August wurde die Forschungsbohrung EG-02 auf Landeyjasandur abgeschlossen. Sie erreichte eine Tiefe von 291,5 Metern. Damit waren die vorgesehenen Felduntersuchungen abgeschlossen.
Die Bohrung soll Informationen über die Mächtigkeit, Art und Struktur der Gesteinsschichten liefern. Die Ergebnisse werden mit den Daten der Bohrung EG-01 auf Heimaey und den Untersuchungen des Meeresbodens zusammengeführt.
Auf dieser Grundlage erstellen EFLA und Völuberg eine Machbarkeits- und Kostenanalyse. Zusätzlich führt das Ingenieurbüro Norconsult eine unabhängige Analyse durch.
Juli: 282 Kilometer Meeresboden vermessen
Im Juli wurden umfangreiche akustische Echolotmessungen in der Meerenge zwischen dem Festland und den Westmännerinseln durchgeführt. Innerhalb von sieben Messtagen wurden insgesamt 282 Kilometer beziehungsweise 152 Seemeilen vermessen.
Die Messungen sollen wichtige Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Meeresbodens und die geologischen Schichten entlang einer möglichen Tunneltrasse liefern. Die Daten werden von Experten der isländischen Energieforschungsorganisation ÍSOR ausgewertet.
Damit sind die wesentlichen Feldarbeiten für die geplante Machbarkeitsstudie abgeschlossen. In den kommenden Monaten geht es nun darum, die gesammelten Daten zusammenzuführen und zu klären, ob der geplante Unterwassertunnel technisch realisierbar wäre und mit welchen Kosten gerechnet werden müsste.
Alles Wissenswerte zum Tunnelplan kann auf der Seite von Eyjagöng abgerufen werden.
Titelbild: Heimaey Blick ins Herjolfsdalur / Mirjam Lassak
Papageitaucher-Saison auf den Westmännerinseln: Mehr Küken, höheres Gewicht
Auf den Westmännerinseln wurden bislang 4.566 Papageientaucher-Küken registriert. Mit durchschnittlich 303 Gramm sind sie zudem deutlich schwerer als im vergangenen…




