Island treibt den Ausbau des Schutzes vor Schneelawinen voran. Die Regierung hat eine deutliche Erhöhung der finanziellen Mittel beschlossen, um dringend notwendige Projekte im gesamten Land zu beschleunigen. In den nächsten fünf Jahren werden zusätzliche 900 Millionen ISK bereitgestellt. Bereits in diesem Jahr fließen knapp vier Milliarden ISK in die Umsetzung von Schutzmaßnahmen, wie aus einer Regierungsmitteilung hervorgeht. Ziel ist es, gefährdete Gebiete besser abzusichern und die Bewohner vor Lawinen zu schützen.
Fortschritte beim Lawinenschutz: 70 % der Maßnahmen abgeschlossen
Etwa 70 % der geplanten Lawinenschutzmaßnahmen in fünfzehn städtischen Gebieten sind laut der Regierung bereits umgesetzt. Der Fokus liegt auf der Fertigstellung zentraler Projekte:
- Bíldudalur: Der Bau steiler Schutzmauern westlich von Búðargil hat begonnen. Das Projekt soll bis 2028 abgeschlossen sein und bietet der Siedlung künftig umfassenden Schutz.
- Patreksfjörður: Die Notwehranlagen in Stekkjagil stehen kurz vor der Fertigstellung. Sie sollen das Risiko von Schlammlawinen auf angrenzende Häuser erheblich reduzieren. Weitere Schutzmaßnahmen oberhalb des Hafens (Hóla, Mýra und Urðargata) befinden sich in der finalen Phase.
- Flateyri: Neue Verteidigungsstrukturen werden oberhalb der bestehenden Anlagen errichtet, um diese vor Schneelawinen wie im Januar 2020 zu schützen. Auch der Hafenbereich wird verstärkt.
Schutzmaßnahmen in weiteren Regionen
- In Ólafsvík auf Snæfellsnes wird diesen Sommer die Reparatur von Lawinenschutzanlagen entlang des Bæjargil in Angriff genommen.
- In Seyðisfjörður sind die Bauarbeiten an den Lawinenverbauungen unter Bjólfur nahezu abgeschlossen. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.
- In Neskaupstaður werden Lawinenschutzanlagen unter Nes- und Bakkagiljar sowie Stützstrukturen im Drangagil-Einzugsgebiet modernisiert. Damit sollen die Schutzmaßnahmen in der Region weitgehend abgeschlossen werden.
Neue Gesetze für mehr Sicherheit
Jóhann Páll Jóhannsson, Minister für Umwelt, Energie und Klima, betont die Dringlichkeit der Maßnahmen:
„Lawinenschutz hat bereits unzählige Leben gerettet. Mit erhöhten Budgetmitteln beschleunigen wir die Umsetzung der wichtigsten Projekte. Zudem werde ich im Herbst einen Gesetzesentwurf vorlegen, um klare Rahmenbedingungen für den Aufenthalt in Gefahrenzonen zu schaffen. Es ist untragbar, dass Menschen durch leichtsinniges Verhalten Rettungskräfte und sich selbst gefährden.“
Mit diesen umfassenden Maßnahmen zeigt Island, wie wichtig der Schutz vor Naturgefahren für die Sicherheit der Bevölkerung ist. Die Regierung setzt dabei auf eine Kombination aus moderner Infrastruktur und klaren gesetzlichen Vorgaben.
Titelfoto Lawinenschutz in Seydisfjördur / © Mirjam Lassak
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