📍 Blaue Lagune / Grindavík – 17. Juli 2025
Einwohner von Grindavík haben die Zufahrtsstraße zur Blauen Lagune blockiert, um gegen die weiterhin geltende Sperrung ihrer Stadt für die Öffentlichkeit zu protestieren. Auslöser ist die Entscheidung der Behörden, touristische Einrichtungen wie die Blaue Lagune und das Hotel „Northern Light Inn“ trotz der jüngsten vulkanischen Aktivitäten geöffnet zu halten – während in Grindavík selbst weiterhin ein Betretungsverbot für Touristen gilt.
🪧 „Wir kämpfen um unsere Existenz“
Organisiert wurde der einstündige Protest von Dagmar Valsdóttir, einer Pensionsbetreiberin in Grindavík. „Wir verstehen das Risiko durch die Naturgefahren, aber es gibt derzeit keine akute Gefahr in Grindavík. Es ist ungerecht, dass die Region um Svartsengi floriert, während wir unsere Türen geschlossen halten müssen“, sagte sie.
Mehrere Dutzend Demonstranten saßen auf der Straße, hielten Transparente hoch und forderten lautstark, dass auch Touristen wieder nach Grindavík dürfen. Der Zugang ist derzeit ausschließlich Anwohnern gestattet.
👮♂️ Polizei trifft auf friedliche Blockade
Die Protestaktion verlief friedlich. Die Straße ist wieder freigegeben. Zahlreiche Touristen baten Demonstrierende und Polizei um Verständnis, da sie sonst ihre Heimflüge zu verpassen drohten.
⚠️ Kritik an Premierministerin – Ursula von der Leyen ausgebuht
Besonders großen Unmut löste der Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aus, die am selben Tag unter Polizeischutz zusammen mit Premierministerin Kristrún Frostadóttir die Vulkane der Region überflog und Grindavík besuchte, obwohl es gesperrt ist. Als ihr Wagen an den Protestierenden vorbeifuhr, wurde lautstark gehupt.
„Es ist in Ordnung, wenn man der Welt zeigt, wie widerstandsfähig unsere Gemeinde ist. Aber die Premierministerin hätte auch mit uns sprechen können, nicht nur mit hohen Gästen“, kritisierte Guðbjörg Eyjólfsdóttir, Vorsitzende der lokalen Bürgerinitiative Járngerður bei Visir.
🍕 Gastronom fordert Antworten
Auch Unternehmer wie Gylfi Arnar Ísleifsson, Betreiber der Pizzeria Papas in Grindavík, waren Teil des Protests. „Die Polizeichefin von Suðurnes muss uns erklären, warum wir unsere Gäste nicht empfangen dürfen, während wenige Kilometer weiter alles läuft“, sagte er. „Es fühlt sich an, als wolle man unsere wirtschaftliche Existenz auslöschen.“
➡️ Die Protestierenden kündigten an, weitere Aktionen folgen zu lassen, sollte sich an der aktuellen Zugangssituation nichts ändern. Sie fordern eine Gleichbehandlung aller Betriebe in der Region und ein Ende der „Diskriminierung Grindavíks“, wie sie es selbst nennen.
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