„Es gibt Hinweise darauf, dass das Lernmaterial im Ausland in den Ländern besser abschneidet – dass es schwerer und wortreicher ist.“ Wir müssen mehr Wert darauf legen, damit unsere Kinder es meistern können“, sagt Lilja D. Alfredsdóttir, Ministerin für Kultur und Handel.
Anlass sind die heute vorgestellten Ergebnisse der Pisa-Umfrage, die unter anderem ein düsteres Bild über den Stand des Leseverständnisses junger Menschen hierzulande zeichnen. Die Umfrage untersucht das Leseverständnis, das Mathematikverständnis und die naturwissenschaftliche Kompetenz.
Ein begrenzter Wortschatz
Lilja war in der letzten Regierung Bildungsministerin. Sie sagt der begrenzte Wortschatz der Kinder.
„Wenn ein Kind nicht mehr als 98 % Wortkenntnisse besitzt, wird es nicht in der Lage sein, eine richtige Schlussfolgerung zu ziehen. Es ist offensichtlich, dass isländische Kinder einen Mangel an naturwissenschaftlichem Vokabular haben. Die Systemänderungen, die ich als Bildungsministerin initiiert habe, zielen darauf ab, diese Reserve und professionellen Unterricht auf der Mittel- und Unterstufe zu erhöhen, beispielsweise mit einer Lehrerlizenz. Allerdings muss damit schon früher in der Mittelschule begonnen werden“, sagt Lilja.
Sie weist darauf hin, dass es in Estland im Vergleich dazu 163 % mehr Stunden in den Naturwissenschaften gibt als in Island. Daher ist es offensichtlich, dass Kinder in Estland über einen viel stärkeren Wortschatz verfügen als Kinder in diesem Land, aber das Land gehörte dieses Mal zu den Top-Ländern in der Pisa-Umfrage.
Aus diesem Grund hält sie es für wichtig, die vorgenommenen Systemänderungen zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Unterrichts fortzusetzen.
Dennoch steht der Wissensstand zwischen den Befragungen nicht still, sondern sinkt. Was denkst du darüber?
„Alle nordischen Länder fallen stark. Wir müssen vergleichen, wie stark wir im Vergleich fallen. „Es ändert nichts an der Tatsache, dass wir mit den Systemänderungen fortfahren müssen, wie es der derzeitige Minister für Bildung und Kinderangelegenheiten tut“, sagt Lilja.
Es ist inakzeptabel, dass Erklärungen nicht besser sind
Sie hält es auch für wichtig, darüber nachzudenken, ob isländische Studierende in der Umfrage völlig hinter ausländischen Kindern zurückbleiben.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir besser abschneiden würden, wenn diese Umfrage an weiterführenden Schulen durchgeführt würde. Denn dann befinden sich die Studierenden in einem Umfeld, das eine stärkere Spezialisierung bietet“, sagt Lilja.
Sie möchte, dass diese Ursachen genauer untersucht werden. „Meiner Meinung nach ist es inakzeptabel, dass es keine besseren Erklärungen für die schlechten Ergebnisse isländischer Kinder gibt. Aber eines ist sicher: Hier muss das Leseverständnis der Kinder mit Schwerpunkt auf dem Berufswortschatz stark gestärkt werden, damit sie eine solche Grundprüfung mit Bravour bestehen können“, sagt Lilja.
