Die aktuelle Ruhephase an der Sundhnúkagígar-Eruptionsserie auf der Reykjanes-Halbinsel dauert weiter an. Laut dem Isländischen Meteorologischen Amt gibt es derzeit keine Anzeichen dafür, dass ein neuer Vulkanausbruch unmittelbar bevorsteht.
„Die seismische Aktivität scheint nicht zuzunehmen, und es gibt nichts, was darauf hindeutet, dass ein Ausbruch bevorsteht“, erklärte Benedikt Gunnar Ófeigsson, Leiter der Abteilung für Deformationsmessungen beim Meteorologischen Amt, in einem Interview mit mbl.is.
Die derzeitige Pause ist inzwischen die längste seit Beginn der Ausbruchsserie im Dezember 2023. Heute sind 216 Tage vergangen, seit die letzte Eruption am 5. August 2025 endete.
Gleichzeitig beobachten Wissenschaftler weiterhin eine deutliche Hebung des Bodens im Gebiet von Svartsengi. Nach Modellrechnungen haben sich seit dem Ausbruch im Juli vergangenen Jahres rund 23 Millionen Kubikmeter Magma unter dem Vulkansystem angesammelt. Laut Benedikt hat die Magmaansammlung inzwischen ein bislang nicht erreichtes Niveau erreicht.
Ob es zu einem weiteren Ausbruch kommt, bleibt jedoch unklar. Schon eine vergleichsweise kleine Veränderung im System könnte ein neues Ereignis auslösen. Gleichzeitig sei es möglich, dass die aktuelle Phase der Unsicherheit noch viele Monate andauert.
In der Nacht wurde zudem eine kleine Erdbebenserie südlich der Insel Eldey auf dem Reykjanes-Rücken registriert. Das stärkste Beben erreichte Magnitude 2,7. Nach Angaben des Meteorologischen Amts hat sich die Serie inzwischen wieder beruhigt.
Die Sundhnúkagígar-Ausbruchsserie prägt seit Ende 2023 die vulkanische Aktivität auf der Reykjanes-Halbinsel in Island. Mehrere Eruptionen in kurzer Folge hatten wiederholt Lavaausbrüche nahe Grindavík und dem Geothermiegebiet Svartsengi verursacht.
Titelbild: Sundhnúkagígar im Januar 2025 / Mirjam Lassak
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