Der Schriftsteller Þórdís Helgadóttir lehnte die Einladung des Büros des Premierministers ab, den Mitarbeitern des Ministeriums aus seinem Buch Armelo vorzulesen. Der Grund ist die Unnachgiebigkeit der Regierung im Krieg auf dem Grund des Mittelmeers.
Þórdís berichtet über Facebook und veröffentlicht dort sein Antwortschreiben auf die Anfrage des Büros des Premierministers.
„Ich würde sehr gerne kommen und den Mitarbeitern des Ministeriums des Premierministers vorlesen, bei denen es sich zweifellos um eine große Gruppe von Kultur- und Buchleuten handelt, die sich gerne treffen würden.
Leider muss ich trotzdem absagen“, heißt es am Anfang des Beitrags.
„Es sind seltsame Zeiten, in denen jeder Tag ein neuer Schock ist und man zusieht, wie Kinder zu Tausenden ermordet werden – ich komme kaum darüber hinweg, dass ich diese Worte überhaupt schreibe.“ Wie so viele andere fühle ich mich extrem machtlos, wir haben das Gefühl, jeden Tag ins Leere zu schreien, während wir die Regierung anflehen, zumindest das Wenige zu tun, was in ihrer Macht steht, um sich gegen den buchstäblichen Völkermord zu wehren“, schreibt Þórdís.
Sie sei sich darüber im Klaren, dass viele Mitarbeiter des Ministeriums nicht in der Lage seien, Einfluss zu nehmen, aber dass sie innerhalb des Ministeriums tatsächlich diejenigen seien, die die Entscheidungsbefugnis im Namen der Nation ausübten.
„Ich möchte Sie daher bitten, eine aufrichtige Bitte zu übermitteln, a) allen Palästinensern in diesem Land aus humanitären Gründen internationalen Schutz zu gewähren, b) eine sofortige Familienzusammenführung zu ermöglichen, c) den Völkermord auf internationaler Ebene in vollem Umfang zu verurteilen und d) Beendigung der politischen Beziehungen zum Staat Israel.
Das sind unsere Kinder. Es liegt an uns allen, das zu tun, was wir können. Ich bin einfach ein konfliktscheuer Schriftsteller, der in der Stadt unterwegs ist und möglichst viel Werbung für sein Werk machen möchte, und unter normalen Umständen wäre es natürlich möglich, am Advent eine nette literarische Sitzung abzuhalten, ohne nach politischen Positionen zu fragen. Aber die Umstände sind nicht normal und ich weiß nicht so recht, wie wir den Advent genießen sollen. Deshalb werde ich auch eine Kopie dieser Antwort in den sozialen Medien veröffentlichen“, schreibt Þórdís.
