Die anhaltenden Verkehrsprobleme auf den Westmännerinseln zwingen die isländische Regierung zu weiteren Maßnahmen. Aufgrund der schwierigen Situation in Landeyjahöfn wird die Flugverbindung zwischen Vestmannaeyjar und Reykjavík verlängert und ab dem 30. April 2026 auf zwei tägliche Flüge ausgeweitet.
Seit Januar bleibt Landeyjahöfn wegen Versandung und schwieriger Wetterbedingungen geschlossen. Die Hafeneinfahrt ist aktuell zu flach, während ungewöhnlich starker Seegang die notwendigen Ausbaggerungsarbeiten erheblich erschwert hat. Zusätzlich verschärfte ein technischer Defekt an der Fähre Herjólfur IV die Situation, da das Schiff nur eingeschränkt einsatzfähig war.
Zwei tägliche Flüge bis Mitte Mai
Als direkte Reaktion auf die angespannte Lage hat das Infrastrukturministerium beschlossen, die Flugfrequenz deutlich zu erhöhen:
- Ab 30. April bis 15. Mai: zwei Flüge täglich
- Flugbetrieb an sieben Tagen pro Woche
Damit soll die Erreichbarkeit der Inselgruppe für Bewohner, Pendler und Wirtschaft zumindest teilweise abgesichert werden.
Landeyjahöfn könnte Anfang Mai wieder öffnen
Die isländische Schifffahrtsbehörde rechnet damit, dass die Ausbaggerung gegen Ende dieser Woche wieder aufgenommen werden kann, sofern Wetter und Wellengang stabil bleiben.
Nach aktueller Prognose könnte die Hafeneinfahrt bis zum 7. Mai wieder ausreichend tief sein, um den Fährbetrieb erneut aufzunehmen. Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Normalisierung des Verkehrs zwischen dem Festland und den Westmännerinseln.
Tägliche Updates für Reisende
Um Bewohner und Reisende besser zu informieren, veröffentlicht die isländische Straßenverwaltung ab sofort tägliche Fortschrittsberichte zu den Baggerarbeiten auf umferdin.is.
Gerade für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel zwischen Island und Vestmannaeyjar angewiesen sind, werden regelmäßige Updates entscheidend bleiben.
Herjólfur III soll als Ersatzschiff bereitstehen
Zusätzliche Entlastung könnte ab dem 5. Mai durch die Herjólfur III kommen. Das Schiff soll dann einsatzfähig sein und bei Bedarf die Herjólfur IV ersetzen, die zuletzt nur eingeschränkt operieren konnte.
Langfristige Verbesserungen durch Jan de Nul
Ab Herbst 2026 übernimmt das belgische Unternehmen Jan de Nul die Ausbaggerung von Landeyjahöfn. Der neue Vertrag läuft bis 2029 und gilt als bedeutender Fortschritt:
- modernere und leistungsfähigere Ausrüstung
- schnellere Reaktionszeiten bei Problemen
- größere technische Kapazitäten
- Zugang zu mehreren Spezialschiffen
Damit setzt Island langfristig auf eine stabilere Infrastruktur für einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Inselnation.
Die aktuellen Probleme zeigen erneut, wie abhängig die Westmännerinseln von funktionierenden Hafen- und Verkehrsverbindungen sind. Wetterextreme, technische Ausfälle und begrenzte Infrastruktur können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft verursachen.
Island arbeitet damit sowohl an akuter Entlastung als auch an einer nachhaltigeren Verkehrssicherheit für die Westmännerinseln.
Titelbild: Hinweisschilderschilder im Hafen von Heimaey / Mirjam Lassak
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