Island hat sich beim EU-Referendum am 29. August 2026 gegen die Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union ausgesprochen. 52,8 Prozent stimmten mit Nein, 47,2 Prozent mit Ja.
Insgesamt entfielen 99.037 Stimmen auf Nein und 89.459 auf Ja. 1.200 Stimmzettel beziehungsweise 0,6 Prozent waren leer oder ungültig, teilt RUV mit.
Damit lehnt die Mehrheit der Isländer die Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen ab. Das Ergebnis ist zugleich ein deutliches Signal für Souveränität, Selbstbestimmung und den Erhalt der Kontrolle über die eigenen Ressourcen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Wahlkreisen
Das Ergebnis des Island-EU-Referendums zeigt deutliche regionale Unterschiede. In den beiden Wahlkreisen von Reykjavík setzte sich das Ja durch, während in den vier übrigen Wahlkreisen das Nein vorne lag.
Reykjavík Nord: 57,5 % Ja – 42,5 % Nein
Reykjavík Süd: 54,5 % Ja – 45,5 % Nein
Südwestlicher Wahlkreis: 47,0 % Ja – 53,0 % Nein
Südlicher Wahlkreis: 39,5 % Ja – 60,5 % Nein
Nordöstlicher Wahlkreis: 38,8 % Ja – 61,2 % Nein
Nordwestlicher Wahlkreis: 37,1 % Ja – 62,9 % Nein
Am deutlichsten fiel das Nein im Nordwesten aus. Dort stimmten 62,9 Prozent gegen die Wiederaufnahme der EU-Verhandlungen. Im Nordosten waren es 61,2 Prozent, im Süden 60,5 Prozent.
Auch im Südwesten setzte sich das Nein durch: 53,0 Prozent stimmten gegen die Wiederaufnahme der EU-Verhandlungen, 47,0 Prozent dafür.
In Reykjavík fiel das Ergebnis dagegen zugunsten der Befürworter aus. Im Wahlkreis Reykjavík Nord stimmten 57,5 Prozent für die Wiederaufnahme der Verhandlungen, in Reykjavík Süd waren es 54,5 Prozent.
Referendum über EU-Verhandlungen ist nicht bindend
Das Referendum hat rechtlich lediglich beratenden Charakter. Weder die Regierung noch das Parlament sind gesetzlich verpflichtet, das Ergebnis umzusetzen. Die Regierung hat jedoch angekündigt, den Willen der Wähler zu respektieren.
Politisch bedeutet das Nein damit, dass Island vorerst keine neuen EU-Beitrittsverhandlungen aufnehmen wird.
Regierung gibt heute Stellungnahme ab
Für Sonntag, den 30. August, ist um 13 Uhr eine Pressekonferenz der isländischen Regierung angesetzt. Dort soll das Ergebnis des Referendums eingeordnet und das weitere Vorgehen erläutert werden.
Island bleibt damit vorerst außerhalb der Europäischen Union. Die bestehenden Beziehungen zur EU, unter anderem über den Europäischen Wirtschaftsraum und den Schengen-Raum, bleiben vom Ergebnis des Referendums unberührt.
Titelfoto stammt direkt vom Skokafoss, wo sich der Bauer eindeutig positioniert hat.
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