Island & Walfang: Alle Entwicklungen rund um die Bandero
Konflikt auf dem Nordatlantik: Die Besatzung der „Bandero“ will den isländischen Walfang blockieren. Verfolge die Situation im laufenden Live-Ticker.
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Konflikt auf dem Nordatlantik: Die Besatzung der „Bandero“ will den isländischen Walfang blockieren. Verfolge die Situation im laufenden Live-Ticker.
Da das Protestschiff Bandero der Captain Paul Watson Foundation in die ausschließliche Wirtschaftszone Islands eingetreten ist, um die dortige Walfangflotte zu stoppen, hat die Küstenwache reagiert. Das Schiff wird nun im isländischen Hoheits- und Seerechtsgebiet aufgrund der Drohungen der Stiftung von einem Patrouillenboot samt Spezialeinheit eskortiert und beobachtet. Der 76-jährige Watson selbst ist nicht an Board.
In dieser fortlaufend aktualisierten Timeline findest du alle wichtigen Entwicklungen, Hintergründe und offiziellen Reaktionen – die neuesten Meldungen zuerst.
🔴 2. Juli, 08:18 Uhr | Tierschützer fordern sofortigen Stopp des Walfangs
Vier isländische Tier- und Naturschutzorganisationen fordern von MAST die sofortige Aussetzung des Walfangs von Hval hf. Grundlage sind sechs Inspektionsberichte der Behörde vom 22. bis 25. Juni, die nach ihrer Auffassung wiederholte Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentieren.
Als schwerwiegendster Fall gilt der 31-minütige Todeskampf eines Finnwals, der viermal getroffen wurde. Die Organisationen nennen außerdem weitere Fälle mit mehreren Harpunentreffern, Mängel bei der Überwachung sowie Hinweise auf systematische Probleme bei der Durchführung des Walfangs.
Sie fordern eine unabhängige Untersuchung sowie – falls erforderlich – den Entzug der Fanglizenz von Hval hf.
➡️ Mehr dazu: Tierschutzorganisationen fordern sofortigen Stopp des Walfangs in Island.
🔴 1. Juli, 14:18 Uhr | Hval-Chef soll nach Penis-Vorfall verärgert gewesen sein
Nach einem umstrittenen Vorfall in der Walfangstation von Hvalfjörður soll Hval-Eigentümer Kristján Loftsson intern verärgert reagiert haben. Ein Mitarbeiter hatte mit dem Geschlechtsteil eines erlegten Finnwals obszöne Gesten gemacht und außerdem einem Kameramann von Vísir in den Schritt gegriffen. Industrie- und Fischereiministerin Hanna Katrín Friðriksson kritisierte das Verhalten öffentlich.
➡️ Mehr dazu: Penis-Vorfall in Walfangstation: Hval-Chef offenbar verärgert.
🔴 30. Juni, 21:30 Uhr | Regierung bereitet sich auf Ankunft der Bandero vor
Die isländische Regierung bereitet sich auf die Ankunft des Aktivistenschiffs Bandero der Paul Watson Foundation vor. Justizministerin Þorbjörg Sigríður Gunnlaugsdóttir erklärte, der Schutz der Walfänger habe oberste Priorität. Die Küstenwache überwacht die Bandero bereits, und sollte die Sicherheit der Walfangschiffe gefährdet werden, werde der Staat eingreifen. Als mögliche Maßnahme nannte die Ministerin auch, das Schiff in einen isländischen Hafen zu bringen.
➡️ Mehr dazu: Regierung kündigt Maßnahmen gegen Paul Watsons Bandero an.
🔴 30. Juni, 19:07 Uhr | MAST untersucht ungewöhnlich langen Todeskampf eines Finnwals
Die Lebensmittel- und Veterinärbehörde (MAST) untersucht den Tod eines Finnwals, der am 22. Juni viermal mit einer Sprengharpune getroffen wurde und erst nach rund 31 Minuten starb. Nach Angaben der Behörde wird jeder Fall untersucht, in dem ein Wal mehr als einmal beschossen werden muss. Die leitende Tierärztin bezeichnete die Dauer des Todeskampfs als ungewöhnlich.
➡️ Mehr dazu: Finnwal kämpfte 31 Minuten bis zum Tod – MAST untersucht Walfang.
🔴 29. Juni, 10:45 Uhr | Þór erreicht die Bandero
Die isländische Küstenwache bestätigt, dass das Patrouillenschiff Þór die Bandero erreicht hat. Seitdem begleitet das Schiff die Bandero innerhalb der isländischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ).
➡️ Mehr dazu: Þór erreicht die Bandero – Küstenwache begleitet Paul Watsons Schiff.
🔴 29. Juni, 09:07 Uhr | Küstenwache: „Wenn diese Schiffe bedroht werden, werden wir reagieren.“
Die isländische Küstenwache erklärt, dass sie sich bereits seit Mai gemeinsam mit Polizei und Justizministerium auf mögliche Protestaktionen der Bandero vorbereitet hat. Verschiedene Einsatzszenarien seien ausgearbeitet worden.
Pressesprecher Ásgeir Erlendsson betont, sämtliche Drohungen gegen die Walfangschiffe würden ernst genommen. Oberste Priorität habe die Sicherheit aller Beteiligten – der Besatzungen der Walfangschiffe, der Crew der Bandero und der Einsatzkräfte.
Die Küstenwache bestätigt außerdem, dass die Bandero seit ihrem Einlaufen in die isländische Wirtschaftszone überwacht wird. Das Überwachungsflugzeug TF-SIF kontrollierte das Schiff mehrfach, nachdem dessen AIS-Ortungssystem zunächst nicht aktiv gewesen war.
Paul Watson erklärte gegenüber CNN erneut, sein Ziel sei es, den isländischen Walfang zu stoppen. Sein Schiff sei schneller und wendiger als die Walfangschiffe und er verfüge über 50 Jahre Erfahrung bei entsprechenden Aktionen.
➡️ Mehr dazu: Küstenwache warnt: „Wenn diese Schiffe bedroht werden, werden wir reagieren.“
🔴 28. Juni, 17:00 Uhr | Spezialeinheit in Bereitschaft
Küstenwache und Polizei bereiten sich auf mögliche Protestaktionen gegen die isländischen Walfangschiffe vor. Für verschiedene Szenarien wurden Einsatzpläne erstellt, außerdem wird auch ein möglicher Einsatz der Spezialeinheit geprüft.
➡️ Mehr dazu: Spezialeinheit wegen Paul Watson in Bereitschaft.
🔴 28. Juni, 16:30 Uhr | Bandero muss Position regelmäßig melden
Nachdem das AIS-Ortungssystem der Bandero zunächst nicht aktiv war, fordert die isländische Küstenwache die Besatzung auf, ihre Position regelmäßig direkt an die Einsatzzentrale zu übermitteln.
➡️ Mehr dazu: Bandero muss Position stündlich an die Küstenwache melden.
🔴 28. Juni, 13:00 Uhr | Friends of the Whales distanziert sich
Die Organisation Friends of the Whales distanziert sich von den angekündigten Protestaktionen der Paul Watson Foundation und betont, dass sie sich auf andere Weise gegen den Walfang engagiert.
➡️ Mehr dazu: Friends of the Whales distanziert sich von Paul Watsons Aktion.
🔴 28. Juni, 10:00 Uhr | Bandero läuft in die isländische Wirtschaftszone ein
Die Bandero der Captain Paul Watson Foundation erreicht die ausschließliche Wirtschaftszone Islands. Ziel der Mission ist es, gegen den isländischen Walfang zu protestieren.
Während eines Überwachungsfluges entdeckt das Flugzeug TF-SIF der isländischen Küstenwache das Schiff südlich von Island. Dabei stellt sich heraus, dass das vorgeschriebene AIS-Ortungssystem nicht aktiv ist. Nach Angaben der Besatzung liegt ein technischer Defekt vor. Bis zur Behebung muss die Bandero ihren Standort stündlich an die Küstenwache melden.
Die Küstenwache betont, dass Schiffe die isländische Wirtschaftszone grundsätzlich frei passieren dürfen. Sollte jedoch die Sicherheit von Menschen gefährdet werden, werde sie gemeinsam mit der Polizei eingreifen.
Paul Watson veröffentlicht später ein Foto des Überwachungsflugzeugs TF-SIF und kritisiert den Überwachungseinsatz. Die Kosten dafür solle seiner Ansicht nach Hval-Eigentümer Kristján Loftsson tragen.
➡️ Mehr dazu: Bandero erreicht die isländische Wirtschaftszone – Küstenwache überwacht Schiff.
Das Schiff Bandero der Captain Paul Watson Foundation ist am Samstag in die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) Islands eingelaufen. Mit der Reise will die Organisation des Walfang-Gegners Paul Watson gegen den isländischen Walfang protestieren. Die isländische Küstenwache entdeckte das Schiff während eines routinemäßigen Überwachungsfluges mit dem Überwachungsflugzeug TF-SIF weit südlich der Insel, berichtet Visir.
Dabei stellte die Küstenwache fest, dass das völkerrechtlich vorgeschriebene AIS-Ortungssystem des Schiffes nicht aktiv war. Die Besatzung erklärte, die Anlage sei defekt. Bis das Problem behoben ist, muss die Bandero ihren Standort stündlich an die Einsatzzentrale der Küstenwache melden.
Bereits zuvor hatte die Küstenwache bestätigt, dass sie gemeinsam mit dem Nationalen Polizeikommissar die Situation aufmerksam verfolgt. Hintergrund sind öffentliche Ankündigungen von Paul Watson, mit seinem Schiff nach Island zu reisen, um den Walfang der Reederei Hvalur zu stoppen.
Küstenwachen-Sprecher Ásgeir Erlendsson betonte, dass Schiffe die isländische ausschließliche Wirtschaftszone grundsätzlich frei durchfahren dürfen. Sollten jedoch das Leben oder die Gesundheit von Menschen gefährdet werden, werde die Küstenwache eingreifen. Gegebenenfalls werde auch die Polizei Maßnahmen ergreifen.
Paul Watson veröffentlichte am Samstagabend ein Foto des Küstenwachenflugzeugs TF-SIF auf Facebook und schrieb, die isländische Küstenwache gebe Geld aus, um die Bandero zu überwachen. Zugleich erklärte er, Walfangunternehmer Kristján Loftsson solle die Kosten für den Einsatz übernehmen.
Die Captain Paul Watson Foundation hatte bereits im vergangenen Monat die „Operation 86“ angekündigt, um „alles Mögliche“ zu tun, um den Walfang zu stoppen. Ziel der Kampagne ist es nach Angaben der Organisation, den isländischen Walfang in diesem Sommer zu beenden. Der Name erinnert bewusst an das Jahr 1986, als Aktivisten zwei Walfangschiffe der Reederei Hvalur im Hafen von Reykjavík versenkten.
Paul Watson war Gründungsmitglied von Greenpeace, wurde jedoch bereits 1977 aus dem Vorstand ausgeschlossen. Die Organisation begründete dies mit seinen konfrontativen Aktionen, die den konsequent gewaltfreien Grundsätzen von Greenpeace widersprachen.
Auch mit Sea Shepherd kam es zum Bruch: 2022 trennte sich Sea Shepherd Global von Watson und schlug einen weniger konfrontativen Kurs ein. Daraufhin gründete er die Captain Paul Watson Foundation.
Im Zusammenhang mit seinen Protestaktionen gegen den Walfang und das Haifischflossenfischen wurde Watson mehrfach in verschiedenen Ländern festgenommen oder inhaftiert, unter anderem in Kanada, Deutschland und zuletzt 2024 in Grönland. Seine bislang längste Haft dauerte 149 Tage, nachdem Japan seine Auslieferung wegen einer Anti-Walfang-Aktion in der Antarktis beantragt hatte. Das dänische Justizministerium lehnte die Auslieferung schließlich ab und Watson wurde im Dezember 2024 freigelassen.
Island ist für Watson kein unbekanntes Terrain: Bereits 1988 geriet Paul Watson in Island mit den Behörden aneinander. Nach Protesten gegen den Walfang wurde er des Landes verwiesen, die isländischen Behörden erhoben jedoch keine Anklage.
Titelbild: KI-generierte Illustration. Es handelt sich nicht um eine Originalaufnahme der beschriebenen Situation.
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