Vorsitzender der Gewerkschaft Akranes verweist auf hohe Einkommen und wirtschaftliche Bedeutung
Die ersten Finnwale seit drei Jahren sind am Montag Abend am Hvalfjörður angelandet. Das Walfangschiff Hvalur 9 war bereits am Freitagabend ausgelaufen. Die Tiere wurden jedoch erst am Montag von der Hvalur 9 erlegt und anschließend zur Verarbeitungsstation gebracht. Nach den ersten Anlandungen begann am Dienstag Morgen die Verarbeitung der Tiere. Damit hat die erste Walfangsaison seit 2023 offiziell begonnen.
Gewerkschaft sieht wichtige Einnahmequelle
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Akranes, Vilhjálmur Birgisson, bezeichnete laut Visir den Start der Walfangsaison in einem Interview mit Sýn als „großartige Nachricht“ für die Region. Seiner Ansicht nach profitieren sowohl die Beschäftigten als auch die umliegenden Gemeinden erheblich vom Walfang.
Nach seinen Angaben können einfache Arbeiter während der Saison bis zu zwei Millionen Isländische Kronen pro Monat (ca. 14.000 Euro) verdienen. Darüber hinaus flössen der Stadt Akranes, der Gemeinde Hvalfjörður und weiteren Kommunen Einnahmen in Millionenhöhe zu.
Birgisson erklärte außerdem, dass sich die Exporterlöse aus dem Walfang seit 2011 auf rund zehn Milliarden Kronen belaufen hätten. Ein großer Teil dieses Geldes bleibe in den ländlichen Regionen. „Das Geld fällt nicht vom Himmel“, sagte er und betonte die Bedeutung exportorientierter Wirtschaftszweige für Island.
Kritik an Walfanggegnern
Mit deutlichen Worten äußerte sich Birgisson auch zu den Protesten gegen den Walfang. Er sprach sich dafür aus, die Meeresressourcen auf Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen des isländischen Meeresforschungsinstituts zu nutzen.
Sollten „extremistische Ansichten“ dazu führen, dass Island seine natürlichen Ressourcen nicht mehr nutze, könne dies dem Land schaden, erklärte der Gewerkschafter.
Zuletzt hatten Proteste erneut Aufmerksamkeit erregt, nachdem sich der Aktivist Hólmsteinn Harðarson an Bord der Hval 9 in ein Fass gesetzt hatte, um das Auslaufen des Walfangschiffs zu verhindern. Trotz der Aktion setzte das Schiff seine Fahrt fort.
Titelbild: Zerlegung eines Finnwales an der Station im Hvalfjördur 2023 / Mirjam Lassak
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