Im Februar 2025 wurde im Skagafjörður ein Fuchs geschossen, dessen Überreste Ende März dem Ostisländischen Naturzentrum übergeben wurden. Der Tierpräparator Reimar Ásgeirsson aus Egilsstaðir, der den Fuchs präparierte, entdeckte eine auffällige orangefarbene Verfärbung des Bauchfells. Bei genauerem Hinsehen stellte er fest, dass das Fell von winzigen Insekten befallen war – sowohl adulte Tiere als auch Larven waren sichtbar und schienen fest an den Haaren des Fuchses zu haften.

Die Insekten wurden unter dem Mikroskop im Naturhistorischen Museum fotografiert und analysiert. Nach Rücksprache mit dem Zoologen Karl Skírnisson aus Keldur vermutete man, dass es sich um die Hundelaus (Linognathus setosus) handeln könnte. Diese Lausart ist in Island extrem selten und war, soweit bekannt, bisher noch nie bei Füchsen nachgewiesen worden, teilt das Ostisländische Naturzentrum mit.
Um die ersten Ergebnisse zu bestätigen, wurden Proben zur weiteren Analyse nach Keldur geschickt. Dort verwies die Parasitologin Guðný Rut Pálsdóttir auf eine aktuelle Studie, die seit 2019 eine zunehmende Verbreitung von Läusen bei Füchsen in Kanada und auf Spitzbergen dokumentiert. Diese Entwicklung könnte Hinweise darauf geben, dass ähnliche Veränderungen auch in Island auftreten.
Die Entdeckung wirft neue Fragen zur Ausbreitung und möglichen Ursachen des Parasitenbefalls auf. Die laufenden Untersuchungen sollen klären, ob es sich tatsächlich um die seltene Hundelaus handelt und wie diese nach Island gelangt sein könnte.
Titelfoto Hundelaus / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
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