Die isländische Wettbewerbsbehörde hat dem Zusammenschluss der Blauen Lagune (Blue Lagoon hf.) und Arctic Adventures hf. ohne Auflagen zugestimmt. Damit ist eine wichtige Hürde für die Fusion der beiden Tourismusunternehmen genommen. Gleichzeitig bereitet die Blaue Lagune ihren Börsengang vor: Noch im November sollen die Aktien des Unternehmens erstmals öffentlich angeboten werden.
Die Wettbewerbsbehörde hat ihre Untersuchung des geplanten Zusammenschlusses abgeschlossen und sieht keinen Grund, einzugreifen. Nach Prüfung der Unternehmensstrukturen und der Rückmeldungen von Marktteilnehmern gibt es aus Sicht der Behörde keine Anhaltspunkte dafür, dass durch die Fusion eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder der Wettbewerb erheblich eingeschränkt wird.
Die Behörde hatte am 28. August eine vollständige Fusionsanmeldung erhalten. Am 1. Oktober leitete sie eine vertiefte Untersuchung ein. Dabei standen insbesondere mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb durch die Verbindungen zwischen den Geschäftsfeldern beider Unternehmen im Mittelpunkt. Nun wurde der Zusammenschluss ohne Auflagen genehmigt. Eine ausführliche Begründung der Entscheidung soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.
Blaue Lagune plant Börsengang im November
Parallel zur geplanten Fusion treibt die Blaue Lagune ihre Pläne für einen Börsengang voran, berichtet Visir. Auf der Hauptversammlung am 30. Oktober beschlossen die Aktionäre ein öffentliches Aktienangebot sowie den Antrag auf Zulassung der Aktien zum Handel am Hauptmarkt der Nasdaq Iceland. Der Börsengang ist noch für November vorgesehen.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Notierung den Aktionärskreis erweitern und sowohl privaten als auch institutionellen Anlegern die Möglichkeit bieten, sich an einem der bekanntesten isländischen Tourismusunternehmen zu beteiligen.
Rund 700 Mitarbeiter sollen Aktien erwerben können
Auch die Beschäftigten sollen am künftigen Unternehmenserfolg beteiligt werden. Die Hauptversammlung stimmte einem Aktienoptionsprogramm für sämtliche festangestellten Mitarbeiter der Blauen Lagune und ihrer Tochtergesellschaften zu, an denen das Unternehmen mehr als 90 Prozent hält. Insgesamt betrifft dies rund 700 Beschäftigte.
Das Programm sieht vor, dass jeder berechtigte Mitarbeiter zwischen 2028 und 2032 einmal jährlich Aktien im Wert von bis zu 1,5 Millionen ISK erwerben kann. Über fünf Jahre ergibt sich damit ein mögliches Gesamtvolumen von 7,5 Millionen ISK pro Mitarbeiter.
Ziel sei es, qualifizierte Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und sie am Wachstum zu beteiligen. Vor dem Abschluss der Vereinbarungen muss das Programm noch vom Direktor der isländischen Steuerbehörde bestätigt werden.
Mit der genehmigten Fusion mit Arctic Adventures und dem geplanten Börsengang stehen der Blauen Lagune zwei wichtige Veränderungen bevor. Der Zusammenschluss verbindet die Aktivitäten der beiden Tourismusunternehmen, während die geplante Börsennotierung neue Investoren an der Entwicklung der Blauen Lagune beteiligen soll.
Titelfoto: Blaue Lagune / Mirjam Lassak
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