Aktualisiert am 27. Oktober 2026
Auf der Halbinsel Reykjanes bleibt es ruhig, aber die Lage ist nicht entspannt. Unter Svartsengi hebt sich das Land weiterhin in einem recht gleichmäßigen Tempo. Das Isländische Meteorologische Amt hält ein neues Magmaereignis in der Sundhnúk-Kraterserie weiterhin für das wahrscheinlichste Szenario. Wann es passiert, lässt sich nicht vorhersagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Landhebung in Svartsengi hält in einem recht gleichmäßigen Tempo an.
- Die seismische Aktivität in der Sundhnúk-Kraterserie bleibt gering.
- Das wahrscheinlichste Szenario: Magma fließt aus dem Sammelgebiet in die Kraterserie und kann zu einem Ausbruch führen.
- Die aktuelle Gefahrenbewertungskarte gilt unverändert bis zum 5. Januar 2027.
- Der Vulkan Reykjanes-Svartsengi bleibt in Alarmstufe 2 („deutlich erhöhte Aktivität“, orange).
Landhebung in Svartsengi: Der Druck steigt weiter
Deformationsmessungen zeigen weiterhin eine Hebung des Bodens bei Svartsengi. Modelle auf Basis dieser Daten deuten darauf hin, dass sich das Volumen unter dem Gebiet mit relativ konstanter Rate vergrößert. Die Hebung ist ein Zeichen dafür, dass im Magmasammelgebiet in mehreren Kilometern Tiefe der Druck weiter zunimmt.
Auch Satellitenmessungen (InSAR) zwischen dem 11. August und dem 16. Oktober 2026 belegen die anhaltende Verformung des Bodens.

Erdbeben auf Reykjanes: Wenig Aktivität, kleine Ausnahme bei Grindavík
Im Bereich der Magmakammer ist die seismische Aktivität weiterhin gering. Etwas mehr los war westlich von Grindavík: Dort registrierten die Messstationen am 14. Oktober ein Beben der Stärke 2,5, das stärkste in der Region seit Juni.
Die Erklärung der Fachleute: Nahe Grindavík sind die Spannungen in der Erdkruste erhöht, ausgelöst durch eine Verwerfung bei Svartsengi. Die Kruste baut diese Spannungen verstärkt in Erdbeben ab.
Wahrscheinlichstes Szenario: Magmaeinstrom in die Sundhnúk-Kraterserie
Solange sich das Land unter Svartsengi hebt, bleibt es am wahrscheinlichsten, dass Magma aus dem Sammelgebiet in die Sundhnúk-Kraterserie fließt. Ein solcher Magmastrom könnte zu einem Vulkanausbruch führen.
Der Zeitpunkt ist nicht vorhersagbar. Je länger der letzte Magmaausbruch zurückliegt, desto größer ist die Unsicherheit. Die Vorwarnzeit kann kurz sein, wie schon bei früheren Ereignissen in der Sundhnúk-Kraterserie.
Gefahrenkarte gilt bis 5. Januar 2027
Die aktuelle Gefahrenbewertungskarte des Isländischen Meteorologischen Amtes für das Gebiet bleibt bis zum 5. Januar 2027 unverändert gültig. Sie beruht auf vielen Messdaten, die laufend aktualisiert werden. Ergeben sich Änderungen oder neue Erkenntnisse, wird die Bewertung schon vor Ablauf überarbeitet.
Kein Ende des Eruptionszyklus in Sicht
Nach Einschätzung der Fachleute gibt es keine Anzeichen, dass der Eruptionszyklus der Sundhnúk-Kraterserie endet. Um einen Ausbruch für beendet zu erklären, müssten die Messdaten über längere Zeit deutlich nachlassende Aktivität zeigen.
Auch eine lange Pause ohne Magmafluss oder Ausbruch ist kein Beweis für ein Ende. Die Magmaansammlung kann anhalten oder nach einer Unterbrechung wieder einsetzen, und die Pausen zwischen den Ereignissen sind unterschiedlich lang.
Häufige Fragen
Wann kommt der nächste Ausbruch auf Reykjanes?
Das lässt sich nicht vorhersagen. Wahrscheinlich ist ein Magmaeinstrom in die Sundhnúk-Kraterserie, der zu einem Ausbruch führen kann. Die Vorwarnzeit kann kurz sein.
Welche Alarmstufe gilt aktuell?
Alarmstufe 2, „deutlich erhöhte Aktivität“ (orange).
Wie lange gilt die aktuelle Gefahrenkarte?
Bis zum 5. Januar 2027, sofern sie nicht vorher wegen neuer Daten überarbeitet wird.
Aktuelle Bilder aus der Region zeigen unsere Live-Webcams Island.
Titelbild Sundhnúkagígar, Juli 2025 / Mirjam Lassak
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