Hvítserkur in Nordisland: Deutliche Verbesserung der touristischen Infrastruktur geplant
Der Hvítserkur soll ein Besucherzentrum, barrierefreie Wege und Aussichtspunkte erhalten. Der Masterplan setzt auf den Schutz der empfindlichen Küstenlandschaft.
Für den Hvítserkur auf der Halbinsel Vatnsnes gibt es weitreichende Pläne zur Neugestaltung des Besucherbereichs. Gemeinsam mit der Gemeinde Húnaþing vestra und Grundstückseigentümer Knútur Óskarsson hat das dänische Architekturbüro Nordic Office of Architecture einen umfassenden Masterplan entwickelt. Ziel ist es, den steigenden Besucherzahlen gerecht zu werden, die Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die empfindliche Küstenlandschaft langfristig zu schützen.
Der rund 15 Meter hohe Hvítserkur zählt zu den bekanntesten Naturdenkmälern Islands und gehört zu den meistfotografierten Felsformationen des Landes. Schätzungen zufolge besuchen jedes Jahr rund 150.000 Menschen den markanten Basaltfelsen.
Photo Credit: Nordic Office of Architecture
Schutz der Natur steht im Mittelpunkt
Mit den steigenden Besucherzahlen wächst auch der Druck auf die umliegende Landschaft. Der Masterplan sieht deshalb vor, Besucher gezielt über neue Wege und Aussichtspunkte zu lenken. Dadurch sollen Trittschäden und Erosion reduziert sowie empfindliche Bereiche der Küste besser geschützt werden.
Gleichzeitig soll der Zugang deutlich sicherer werden. Der heutige Abstieg zum Strand gilt stellenweise als steil und unübersichtlich. Neue Treppen und Wege sollen das Erreichen des Ufers erleichtern und das Unfallrisiko verringern.
Photo Credit: Nordic Office of Architecture
Barrierefreie Wege und neues Besucherzentrum
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist ein neues Besucherzentrum. Der eingeschossige Bau ist inspiriert von der historischen Festungsanlage Borgarvirki und an traditionellen isländischen Torfhäusern. Natürliche Baumaterialien und ein begrüntes Dach sollen dafür sorgen, dass sich das Gebäude möglichst harmonisch in die Landschaft einfügt.
Auch die Außenanlagen werden umfassend neu gestaltet. Geplant sind barriefreie Wanderwege, neue Aussichtsplattformen, zusätzliche Aufenthaltsbereiche sowie eine Erweiterung des Parkplatzes. Dieser soll landschaftsschonend integriert werden, sodass parkende Fahrzeuge das Landschaftsbild möglichst wenig beeinträchtigen.
Photo Credit: Nordic Office of Architecture
Nach Angaben der Planer verfolgt das Projekt das Ziel, Naturerlebnis, Landschaftsschutz und nachhaltigen Tourismus miteinander zu verbinden. Die Besucher sollen die einzigartige Küstenlandschaft künftig sicherer und komfortabler erleben können, ohne die empfindliche Natur zusätzlich zu belasten.
Die Finanzierung soll unter anderem über zu beantragende Fördermittel sowie teilweise aus den Einnahmen aus den im Mai des Jahres eingeführten Parkgebühren erfolgen, sagte der Landeigner und Tourismusbauer Knútur Óskarsson in den Abendnachrichten bei SÝN. Ein konkreter Baubeginn steht noch nicht fest. Optimistisch gerechnet könnten die Arbeiten im Sommer 2027 starten, die vollständige Umsetzung dürfte sich jedoch über mehrere Jahre erstrecken.
Hvítserkur liegt an der Ostküste der Halbinsel Vatnsnes im Nordwesten Islands. Der 15 Meter hohe Basaltfelsen ragt unmittelbar vor der Küste aus dem Meer und erinnert je nach Blickwinkel an einen trinkenden Drachen oder einen versteinerten Troll. Neben dem Felsen zählt auch die nahe gelegene Robbenkolonie von Sigríðarstaðasandur zu den wichtigsten Besucherzielen der Region.
Ein besonderer Dank für die Bereitstellung des Bildmaterials geht an das Architekturbüro Nordic Office of Architecture Kopenhagen, in dem auch der Isländer Jón Rafnar Benjamínsson arbeitet.
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