Die USA wollen ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Island ausbauen. Bei seinem Besuch in Reykjavík am 6. Oktober betonte US-Außenminister Marco Rubio die strategische Bedeutung des Nordatlantikstaates für die Verteidigung der Arktis und des Nordatlantiks. Eine verstärkte US-Militärpräsenz soll es jedoch nur mit Zustimmung der isländischen Regierung geben.
Arktis und Nordatlantik im Fokus
Island nimmt aufgrund seiner geografischen Lage eine Schlüsselposition für die Sicherheit des Nordatlantiks und der Arktis ein. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der isländischen Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir erklärte Rubio, dass die Bedrohungen in der Region zunähmen. Beide Länder seien deshalb an einer engeren Zusammenarbeit in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen interessiert.
Rubio verwies auf Islands Bedeutung für die militärischen Fähigkeiten der USA sowie für die Überwachung möglicher gegnerischer Aktivitäten. Konkrete Zusagen über einen Ausbau der amerikanischen Militärpräsenz machte er nicht. Er stellte ausdrücklich klar, dass eine Verstärkung der US-Streitkräfte in Island nicht ohne Zustimmung der isländischen Regierung erfolgen werde.
Neben Sicherheitsfragen standen auch die wirtschaftlichen Beziehungen im Mittelpunkt der Gespräche. Die USA sind Islands größter Handelspartner. Beide Seiten wollen Möglichkeiten für gemeinsame Investitionen und eine engere Zusammenarbeit ausloten, unter anderem im Bereich der Geothermie.
Diplomatische Spannungen nach Trumps Karte
Rubios Besuch fand vor dem Hintergrund jüngster diplomatischer Verstimmungen statt. Anfang September hatte Island den US-Botschafter einbestellt, nachdem Präsident Donald Trump eine Karte veröffentlicht hatte, auf der Island, Grönland, Kanada und weitere Gebiete unter einer US-Flagge dargestellt waren.
Die isländische Regierung kritisierte die Darstellung als unangemessen und betonte die Souveränität des Landes. Bei den Gesprächen in Reykjavík wurde die Karte nach Angaben beider Außenminister allerdings nicht thematisiert. Rubio erklärte, man sei zusammengekommen, um über die zukünftigen Beziehungen zu sprechen, nicht über Beiträge in sozialen Medien.
Auch die Sicherheitslage rund um Grönland war Teil der Gespräche. Die Minister erörterten das jüngste Abkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland. Þorgerður Katrín bezeichnete dieses als wichtig für die Region.
Island als strategischer NATO-Partner
Island ist Gründungsmitglied der NATO, verfügt jedoch über keine eigenen Streitkräfte. Die USA nutzen den früheren Militärstützpunkt Keflavík weiterhin für wechselnde Einsätze, darunter die Luftraumüberwachung und die Aufklärung im Nordatlantik.
Nach seinen Gesprächen mit der isländischen Regierung besuchte Rubio die US-Botschaft und reiste anschließend nach Keflavík, um sich über die Sicherheitslage zu informieren. Es war der erste Besuch eines US-Außenministers in Island seit Antony Blinkens Reise im Jahr 2021.
Die isländische Außenministerin bezeichnete die Gespräche als konstruktiv und hob die stabile Grundlage der bilateralen Beziehungen hervor. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, Handel und Wirtschaft weiterentwickeln.
Das Titelbild wurde mit KI erstellt
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