Island abseits der ausgetretenen Pfade: Mit einem gebrochenen Fuß und Krücken ins Hochland – klingt verrückt? Genau das hat unsere Gast-Autorin Petra Krink gewagt. Gemeinsam mit dem Fotografen und Guide Ingibergur erlebte sie eine unvergessliche Jeep-Tour. Von Hjálparfoss über die magische Schlucht Gjáin, das Tal der Tränen Sigöldugljúfur bis hin zum atemberaubenden Vulkan Krakkatindur – „Jede Station war ein Abenteuer für sich. Und mitten in dieser grandiosen Landschaft gab es einen Moment, der mein Leben veränderte: Der Abschied von den Krücken!“
Ein Mittwoch im August: Geplanter Abflug nach Island für eine dreiwöchige Solo-Reise mit Campervan. Montag, zwei Tage vor Abflug: Mein Pferd springt mir auf den Fuß – knacks – Fuß gebrochen! Zuerst bricht eine Welt in mir zusammen. Die geplante Reise unmöglich, ich kann nur mit Krücken humpeln. Was nun? Erstmal alles abgesagt, auch eine geplante Fotoexkursion ins isländische Hochland mit Ingibergur.
Dann bricht der Vulkan in der Nähe von Grindavík erneut aus. Da war klar: Ich kann doch unmöglich jetzt daheimbleiben!

Rucksack packen, Flug, Auto und Unterkunft klarmachen – abends um 21 Uhr. Morgens um 4 Uhr ging das Taxi zum Flughafen. Meinen herzlichen Dank an Icelandair für die so einfache Möglichkeit des Rollstuhlservice!
Dann eine Mail an Ingibergur, dass er mich gerne für verrückt erklären kann, aber ich komme nun doch. Gibt es eine Möglichkeit für mich, eine Fototour mit ihm zu machen, auf der ich nur wenig laufen muss? Das schallende Gelächter auf der anderen Seite konnte ich mir lebhaft vorstellen. Ja klar, kein Problem: Wir fahren ins Hochland. Es gibt so viele Fotostopps, die man direkt anfahren kann, so dass ich nur ein paar Meter herum humpeln muss. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

Ich folge Ingi seit einiger Zeit auf Instagram, bin schwer begeistert von seinen Fotos und News aus seiner Heimatstadt Grindavík, aus der er im November 2023 während der schweren Erdbeben als Vorbote eines Vulkanausbruches evakuiert wurde.
Und ich werde auch im persönlichen Zusammentreffen nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Wir verstehen uns auf Anhieb. Er macht es einem leicht, Freundschaft zu schließen.
Es geht früh los
Für isländische Verhältnisse geht es schon vor dem Aufstehen los. Frühstück nach einer guten Stunde Fahrt in Selfoss, wo wir auf ehemalige Nachbarn von ihm treffen. Er kennt gefühlt halb Island.
Bei bestem Wetter fahren wir weiter ins Hochland. Unser erster Stopp ist der Wasserfall Hjálparfoss, der heute seinem Namen alle Ehre machen sollte. „Hjálp“ heißt „Hilfe“ auf Isländisch. Und mir hilft er im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine. Krücken? Die stören nur! Humpeln geht besser, die Krücken fliegen ins Auto und bleiben den Rest des Tages dort!
Ingi hilft mir – ganz Gentleman – die Treppe am Wasserfall hinunter. Ich komme aus dem Staunen kaum heraus und knipse, was das Zeug hält. Mein Höhepunkt: Ich kraxele einen kleinen Felsbrocken hoch, der am Rande des kleinen Sees vor dem Wasserfall steht. Ich stehe wieder auf beiden Füßen! Wackelig zwar, aber beidbeinig! Was für ein Erlebnis!

Danach ging es immer tiefer ins Hochland hinein. Wusstet Ihr, wie romantisch die Schlucht Gjáin ist?
Oder wie beeindruckend die Wasserfälle Granni und Háifoss sind? Sigöldugljúfur, auch das „Tal der Tränen“ genannt, rührt mich fast zu Tränen, wie es so unerwartet auftaucht.


Es geht nach Landmannalaugar
Wir legen einen Zwischenstopp im HochlandCenter Hrauneyjar ein und nehmen von hier gleich noch einen Snack für unseren Tagestrip mit. Übrigens solltet Ihr jede mögliche Pinkelpause nutzen.

Die Anfahrt nach Landmannalaugar mit mehreren Flussdurchquerungen ist ganz nach meinem Geschmack.
Und selbstverständlich treffen wir dort auch wieder Bekannte von Ingi. Island ist klein, jeder kennt jeden, was ich sehr liebenswert finde. Nach Landmannalaugar und Fjallabak muss ich unbedingt wieder kommen. Schon der erste Eindruck ist überwältigend. Sonne, Wolken und Schattenspiele auf den bunten Berghängen schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.

Landmannalaugar


Kraterseen Veiðivötn
Mein landschaftliches Highlight sind jedoch die Veiðivötn, eine Seenlandschaft kurz vorm Ende der Welt. Schwarzer Lavasand, Krater, Seen, es geht bergauf und bergab auf gewundenen Schotterpisten, dazwischen gibt es grellgrünes Moos, das in der Sonne leuchtet. Und ein Sommerwetter, was es selten in Island gibt. Wir fahren zwischendurch mit offenem Verdeck und nur noch in T-Shirts.
Fahrt in den Sonnenuntergang
Wir fahren weiter auf den Jeeppisten des Hochlands, hinein in einen unglaublichen Sonnenuntergang. Ich bin einfach nur geflasht! Hinter jeder Ecke wartet ein neuer Wow-Moment.

Ein wahnsinnins Sonnenuntergangs-Spektakel im Hochland Islands

Der Berg Krakkatindur im Hekla-Vulkansystem
Dann im Halbdunkel tauchen Zacken am Horizont auf. Ein einsamer, zerklüfteter Berg wächst langsam empor: Krakkatindur. Es ist eine Stimmung wie auf dem Weg nach Mordor – ein Blick, der sich ins Gehirn einbrennt.

Wie es sich gehört, kommt dieser Höhepunkt am Ende der Fahrt. Wobei es danach nochmal spannend wird: Kommt der Jeep Wrangler durch das angrenzende Lavafeld auf den schmalen Fahrspuren? Ingi ist diese Route bisher nur mit dem Quad gefahren. Ja, es passt auch fürs „dicke Auto“ und beschließt damit so stimmig diese außergewöhnliche Tour.
Empfehlung Tagestour mit Ingibergur
Die Landschaft ist atemberaubend, aber vor allem Ingi mit seiner liebenswerten, gleichsam abenteuerlichen Art macht die Tour zu einem absolut einzigartigen Erlebnis.
Fühlt ihr das Kribbeln des Abenteuers? Mit Ingibergur könnt ihr Islands beeindruckende Landschaften auf einer privaten Tagestour erkunden! Schaut auf ingibthor.com vorbei und lasst euch von seinen maßgeschneiderten (Foto)reisen inspirieren. Komfortabel unterwegs seid ihr in seinem 4×4 Jeep Wrangler Rubicon mit W-Lan und Ladestationen für Kamera- und Drohnenbatterien. Neben seinen Touren verkauft er als professioneller Fotograf auch exklusive Drucke seiner spektakulären Aufnahmen von Islands Natur.
Gast-Autorin Petra Krink: Warum bin ich so fasziniert von Island? Die Weite, die imposante Landschaft, die Mentalität und Lebensweise. Ich liebe Geologie, Vulkanologie und auch die Pferde.
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