In Borgarnes findet am kommenden Mittwoch eine offene Bürgerversammlung zur anhaltenden seismischen Aktivität im Ljósufjöll-Vulkansystem statt. Hintergrund ist eine Serie von Erdbeben, die sich in diesem Jahr rund um den Grjótárvatn ereignet hat (Salty.Lava berichtete mehrfach, siehe Artikel unten). Allein im Juni und Juli wurden dort rund 800 Erdbeben registriert, das stärkste mit einer Magnitude von 3,3.
Nach Angaben des Isländischen Wetterdienstes könnte die Aktivität auf Magmabewegungen in Tiefen von 16 bis 18 Kilometern zurückzuführen sein. Seit dem Beginn der Ausbrüche auf der Reykjanes-Halbinsel im Jahr 2020 wird im Gebiet eine verstärkte Aktivität beobachtet. Der letzte bekannte Ausbruch im Ljósufjöll-System ereignete sich vor etwa 1.100 Jahren.
Um die Lage genauer zu überwachen, wurden zusätzliche Messgeräte wie ein Seismometer und GPS installiert.
Vulkanische Aktivität im Ljósufjöll-System in der Neuzeit
In der Neuzeit, also innerhalb der letzten 10.000 Jahre, ist Ljósufjöll nach Aussagen des Geologen Haukur Jóhannesson im Wissenschaftsnetz der Univerität Islands 23 Mal ausgebrochen. Der östlichste Ausbruch bildete das Grábrókarhraun, der westlichste das Berserkjahraun in Helgafellssveit. Die meisten Lavaströme entstanden in Hnappadalur und Hítardalur. Ihr Alter variiert, doch die Forschungen zeigen, dass sich die vulkanische Aktivität im Verlauf der Neuzeit gleichmäßig verteilt hat.
Zu den ältesten Lavaströmen zählen das Gullborgarhraun, das Eldborgarhraun und das Hagahraun in Hítardalur sowie Lavaströme in den Ljósufjöll selbst.
Die Bürgerversammlung beginnt am Mittwoch um 16:30 Uhr im Hjálmakelt in Borgarnes. Vertreten sein werden unter anderem Experten des Isländischen Wetterdienstes, Vertreter des Nationalen Polizeipräsidenten, der Polizei Westislands, der Katastrophenversicherungsagentur und des Zivilschutzes.
Titelbild: Vulkankrater in der Nähe des Hitarvatn im Ljósufjöll-Vulkansystem / Mirjam Lassak
