Die Gemeinde Rangárþing ytra treibt die Planungen für das Gebiet rund um Sigöldugljúfur weiter voran. Nachdem bereits ein grundlegender Planungsrahmen vorgestellt wurde, hat der Gemeinderat am 15. April 2026 beschlossen, die konkreten Unterlagen für einen lokalen Bebauungsplan öffentlich auszulegen.
Hintergrund der Planungen ist die rasant steigende Popularität des Gebiets und Druck durch den Tourismus. Rund 15.000 Besucher steuern die „Schlucht der Tränen“ mittlerweile jährlich an, vor allem im Hochsommer. Da es bisher an offiziellen Wegen mangelt, haben Trampelpfade bereits sichtbare Schäden in der sensiblen Vegetation hinterlassen.
Geplante Maßnahmen im Detail
Die nun veröffentlichten Unterlagen konkretisieren erstmals, wie das Gebiet künftig erschlossen werden soll. Vorgesehen sind:
– angelegte Wege zur Besucherlenkung
– neue Aussichtspunkte entlang der Schlucht
– Ausbau von Aussichtsplattformen
– ausgewiesene Parkplätze
– Toilettenanlagen im Eingangsbereich
– verbesserter Zugang über die Fjallabaksleið nyðrðri
Ziel ist es, den Zugang zu erleichtern und gleichzeitig die Nutzung besser zu steuern. Bisher erreichen Besucher das Gebiet teils über inoffizielle Pfade, was bereits zu sichtbaren Schäden an der Vegetation geführt hat.
Lage und Rahmenbedingungen
Das Planungsgebiet umfasst etwa 31 Hektar im Hochland westlich von Krókslón. Es liegt in einer sensiblen Landschaft mit Lavafeldern, Wasserfällen und vulkanischen Formationen, die unter Naturschutzbestimmungen fallen.
Eingriffe sollen daher möglichst schonend umgesetzt werden. Dennoch wird darauf hingewiesen, dass Bauarbeiten Auswirkungen auf Lavaformationen haben können. Ein vollständiges Umweltverträglichkeitsverfahren ist nicht vorgesehen, die Umweltauswirkungen werden jedoch im Rahmen der Planung bewertet.
Beteiligung und Zeitplan
Die Planungsunterlagen sind aktuell öffentlich einsehbar. Stellungnahmen können bis zum 6. Mai 2026 eingereicht werden. Der weitere Ablauf sieht mehrere Beteiligungs- und Prüfphasen vor. Ziel ist es, den Bebauungsplan bis Herbst 2026 abzuschließen und offiziell zu verabschieden.
Die Entwicklung rund um Sigöldugljúfur zeigt exemplarisch, wie Island auf steigenden Tourismus im Hochland reagiert. Infrastrukturmaßnahmen sollen unkontrollierte Nutzung ersetzen und Schäden begrenzen.
Titelbild: Sigöldugljúfur im Hochland Islands / © Mirjam Lassak
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