Der Þórufoss soll künftig für Besucher besser erschlossen werden. Der Wasserfall wird immer beliebter und wurde auch als Drehort für „Game of Thrones“ bekannt. Mit den steigenden Besucherzahlen ist die bisherige Infrastruktur jedoch an ihre Grenzen gekommen: Vor Ort gibt es bislang lediglich eine einfache Schotterfläche zum Parken, aber keine offiziellen Wege oder Sicherheitsvorkehrungen. Laut Planungsunterlagen führt die ungeordnete Besucherbewegung bereits zu Belastungen der Natur und zu Sicherheitsproblemen. Die Gemeinde Kjósarhreppur will deshalb Besucher künftig gezielt lenken, die Sicherheit verbessern und gleichzeitig den Eingriff in die Landschaft begrenzen.
Das ist am Þórufoss geplant
Das neue Planungsgebiet umfasst rund 2,5 Hektar. Es liegt zwischen der Laxá im Osten, dem Þórufoss im Süden und der Zufahrtsstraße im Westen. Im Flächennutzungsplan von Kjósarhreppur ist das Gebiet bereits als AF5 für Freizeit und Tourismus ausgewiesen. Geplant sind:
- ein neuer Parkplatz
- zwei ausgewiesene Wanderwege
- zwei Aussichtspunkte
- eine bis zu 250 m² große Aussichtsplattform
- eine Fußgängerbrücke
- Sitz- und Aufenthaltsbereiche
- möglicherweise ein kleines Servicegebäude mit Toiletten

Planungszeichnung aus der Unterlage von Sei Studio, geändert und beschriftet durch salty.lava

Zwei neue Wanderwege
Beide Wege sollen am neuen Parkplatz beginnen und Besucher zu unterschiedlichen Aussichtspunkten führen.
Wanderweg A
Der rund 200 Meter lange Weg A verläuft geschwungen zu einem bekannten Aussichtspunkt an einem Felsen oberhalb des Wasserfalls. Vorgesehen sind:
- ein etwa 1,5 bis 2 Meter breiter Schotterweg
- eine rund 12 Meter lange Fußgängerbrücke über eine Geländespalte
- Seilhandläufe an gefährlichen Bereichen
- Sitzmöglichkeiten
- ein Aufenthaltsbereich am Aussichtspunkt
Die Planung sieht damit eine klar geführte Route anstelle der bisherigen informellen Wege vor.
Wanderweg B
Der zweite Weg ist rund 150 Meter lang und führt geradlinig zu einem neuen Aussichtspunkt an der Laxá. Über eine kurze Brücke soll der Weg auf die geplante Aussichtsplattform führen.
Neue Aussichtsplattform mit bis zu 250 m²
Das auffälligste Element der Planung ist die neue Aussichtsplattform B. Sie kann laut Plan bis zu 250 Quadratmeter groß werden und soll in einer natürlichen Geländemulde oberhalb der Laxá liegen.Geplant sind: Betonfundamente, die dem Gelände angepasst werden, ein Boden aus erdfarbenen Gitterelementen, Edelstahlgeländer, Sitzbänke aus Beton und Holz, ein überdachter, mindestens an zwei Seiten offener Aufenthaltsbereich. Die Plattform soll mindestens 20 Meter über dem Flussbett liegen.
Parkplatz für 32 Autos und drei Busse
Die bisherige Parkplatzsituation soll durch eine neue Anlage an der Zufahrtsstraße ersetzt werden. Der Parkplatz darf bis zu 2.500 m² groß werden. Vorgesehen sind: 32 Pkw-Stellplätze, mindestens zwei davon für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, drei Stellplätze für Fahrzeuge mit Anhänger, drei Busstellplätze. Der Parkplatz soll außerhalb des 50-Meter-Bereichs zur Laxá liegen. Die Planung soll außerdem verhindern, dass Fahrzeuge weiterhin entlang der Straße abgestellt werden.
Die Zufahrt zum Parkplatz soll an den Kjósarskarðsvegur (Straße 48) angebunden werden. Die Straßenbaubehörde Vegagerðin hat dem neuen Anschluss grundsätzlich zugestimmt, verlangt aber unter anderem einen rechtwinkligen Anschluss, bestimmte Gefälle und Böschungen sowie die Einhaltung des Straßenschutzbereichs.
Servicegebäude mit Toiletten möglich
Am Parkplatz kann außerdem ein eingeschossiges Servicegebäude mit einer Fläche von bis zu 40 m² errichtet werden. Vorgesehen sind dort unter anderem Toiletten. Das Gebäude muss außerhalb des 50-Meter-Schutzbereichs zur Laxá und außerhalb des Schutzbereichs der Straße liegen. Für das Abwasser ist eine Klärgrube mit Versickerungsanlage vorgesehen. Ein konkreter Entwurf für dieses Gebäude ist in den vorliegenden Planungszeichnungen noch nicht enthalten.
Keine feste Beleuchtung und keine großen Zäune
Die Wanderwege und die Aussichtsplattform sollen nicht fest beleuchtet werden. Eine niedrige, nach unten gerichtete und zeitgesteuerte Beleuchtung ist lediglich am Parkplatz und bei einem möglichen Servicegebäude vorgesehen. Auch das gesamte Gelände soll nicht eingezäunt werden. Vorgesehen sind lediglich Seile an Pfosten, um Besucher an gefährlichen Bereichen von der Schluchtkante wegzuführen. Der freie Zugang entlang des Flussufers soll erhalten bleiben. Werbeschilder sind nicht vorgesehen. Geplant sind Informations- und Sicherheitsschilder sowie Wegweiser.

Naturschutz setzt klare Grenzen
Der Þórufoss und seine Umgebung stehen unter besonderem Schutz. Die Sicht auf den Wasserfall darf durch die geplanten Bauwerke nicht beeinträchtigt werden. Auch die Ufervegetation der Laxá steht unter Schutz. Grundsätzlich gilt außerhalb von Siedlungsgebieten ein Abstand von 50 Metern zu Flüssen. Parkplatz und Servicegebäude sollen außerhalb dieses Bereichs liegen.
Die geplante Aussichtsplattform und die Brücke am Beginn von Weg A könnten dagegen innerhalb der 50-Meter-Zone liegen. Deshalb sollen diese Eingriffe im weiteren Verfahren besonders begründet und hinsichtlich ihrer Notwendigkeit, möglicher Alternativen und ihrer Umweltfolgen untersucht werden.
Geprüft werden unter anderem Landschaft, Vegetation, Wasserqualität, Fischbestände, Verkehr, Besuchersicherheit, Barrierefreiheit und mögliche Kulturdenkmäler.
Noch ist die Planung nicht endgültig
Der Bebauungsplan befindet sich derzeit noch im Verfahren. Er wird noch bis zum 19. Oktober 2026 im Planungsportal öffentlich vorgestellt. Anschließend folgen unter anderem Bodenuntersuchungen, die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie die weitere Architektur- und Ingenieurplanung. Die endgültigen Größen und Positionen der Bauwerke werden erst im weiteren Verfahren festgelegt.
Der Þórufoss soll damit künftig über eine klar definierte Besucherführung verfügen – mit neuen Wegen, Aussichtsmöglichkeiten und geordneten Parkplätzen.
Titelbild Þórufoss / Mirjam Lassak
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