Bjarni Benediktsson, amtierender Premierminister und Ernährungsminister, hat neue Walfang-Lizenzen für die nächsten fünf Jahre ausgestellt. Laut einer offiziellen Mitteilung des Regierungsrates erhalten die Unternehmen Hval hf. und der Trawler Halldór Sigurðsson ÍS 14, im Besitz von Tjaldtangi ehf, die Genehmigungen für Zwergwalfang. Die jährliche Fangquote basiert auf Empfehlungen der isländischen Fischereibehörde und liegt bei 209 Finnwalen und 217 Zwergwalen. Insgesamt gingen drei Anträge auf Zwergwalfang sowie ein Antrag auf Finnwalfang ein.
Die Lizenzen wurden gemäß dem isländischen Walfanggesetz Nr. 26/1949 vergeben, nachdem die Fischereidirektion und das Meeresforschungsinstitut ihre Stellungnahmen abgegeben hatten.
Walfang-Lizenzen: Nachhaltige Quoten festgelegt
Die neuen Genehmigungen gelten für fünf Jahre, ähnlich wie in den Jahren 2009, 2014 und 2019. Diese Laufzeit schafft laut Ministerium Stabilität für die Branche. Pro Jahr darf die Quote zu 20 % auf das nächste Jahr übertragen werden. Die zulässige Fangmenge orientiert sich an Empfehlungen der isländischen Fischereibehörde und des Meeresforschungsinstituts und basiert auf strengen Nachhaltigkeitsprinzipien.
Quoten und Bestimmungen für den Walfang
Laut den festgelegten Quoten dürfen im Zeitraum bis 2025 maximal 217 Zwergwale und 161 Finnwale jährlich gefangen werden. Die Zahl orientiert sich an Daten des North Atlantic Marine Mammal Council (NAMMCO). Das Ministerium betont, dass andere Walarten vor Island weiterhin streng geschützt bleiben.
Positive Bestandsentwicklung seit 1987
Eine Einschätzung des isländischen Meeresforschungsinstituts aus dem Jahr 2017 zeigte eine stabile Zunahme der Walpopulationen rund um Island. Die letzte Zählung von 2015 ergab eine geschätzte Gesamtpopulation von 40.788 Finnwalen im Bereich Island-Färöer, davon 33.497 im Ostgrönland-Island-Gebiet.
Überwachung und Kontroversen
Die isländische Fischereibehörde und die Lebensmittelaufsicht werden die Einhaltung der Quoten streng überwachen. Während Befürworter den Schritt als wichtigen wirtschaftlichen Faktor sehen, bleibt die Entscheidung politisch umstritten. Kritiker verweisen auf den Rückgang der Fangzahlen: 2022 wurden 148 Wale gefangen, 2023 nur 24. Dieses Jahr gab es keine Fänge.
Mit dieser Maßnahme setzt das Lebensmittelministerium die gesetzlichen Vorgaben des Walfanggesetzes Nr. 26 von 1949 um, das ursprünglich vom Alþingi verabschiedet wurde.
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Titelfoto: Alte Walfangschiffe am Hvalfjördur Salty.Lava / Mirjam Lassak
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