Im Hvalfjörður im Westen Islands sollen in den kommenden Tagen rund acht Tonnen Natronlauge ins Meer eingeleitet werden. Hinter dem umstrittenen Experiment steht das gemeinnützige Forschungszentrum Röst.
Experiment zur CO₂-Aufnahme
Röst will untersuchen, ob sich durch die Erhöhung der Alkalinität des Meerwassers dessen Fähigkeit zur Aufnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre steigern lässt. Eine ähnliche Studie war im vergangenen Jahr noch nicht genehmigt worden.
Die nun erteilte Genehmigung stammt vom 8. September. Die Überwachung übernehmen unter anderem die Umwelt- und Energieagentur sowie das isländische Meeresforschungsinstitut.
Einleitung erfolgt schrittweise
Die verwendete Lösung besteht zu etwa 95 Prozent aus Wasser und fünf Prozent Natronlauge. Insgesamt sollen rund acht Tonnen Natronlauge eingeleitet werden.
Die Freisetzung erfolgt in drei Phasen: zunächst vier bis sechs Stunden, anschließend zwölf bis 24 Stunden und schließlich bis zu 96 Stunden. Nach jeder Phase soll die Situation neu bewertet werden.
Laut Röst sollen die Auswirkungen vor allem in unmittelbarer Nähe der Einleitungsstelle auftreten und sich etwa 24 Stunden nach Ende der Freisetzung wieder zurückbilden. Untersucht werden unter anderem der Säuregehalt des Wassers und mögliche Auswirkungen auf das Meeresleben.
Gemeinde unterstützt das Projekt
Hvalfjörður wurde wegen seiner Wind- und Süßwassereinflüsse sowie der Beschaffenheit des Fjordbodens als Untersuchungsgebiet ausgewählt.
Die Gemeinde Hvalfjarðarsveit gab nach Informationsveranstaltungen und Gesprächen mit Anwohnern eine positive Stellungnahme ab. Röst zufolge sehen die beteiligten Wissenschaftler kein relevantes Risiko für das Ökosystem.
Finanziert wird die Studie von der US-amerikanischen Carbon to Sea Initiative, die zur sogenannten Erhöhung der ozeanischen Alkalinität als Methode zur CO₂-Entnahme forscht.
Salty.Lava berichtete bereits über das Projekt.
Quelle: mbl.is / Röst
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