Island will den Tourismus künftig stärker in weniger besuchte Regionen lenken und saisonale Schwankungen bei den Besucherzahlen verringern. Dafür sollen unter anderem Mittel aus dem Tourismus-Destinationsentwicklungsfonds eingesetzt werden.
Tourismus soll besser über Island verteilt werden
Industrieministerin Hanna Katrín Friðriksson hat kürzlich mehrere Tourismusunternehmen und touristische Ziele in Ost- und Nordisland besucht. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie mehr Besucher in Regionen gelenkt werden können, die bislang weniger stark vom internationalen Tourismus profitieren.
Der Tourismus-Destinationsentwicklungsfonds soll dabei eine wichtige Rolle spielen. Mit den Mitteln sollen touristische Ziele in diesen Regionen weiterentwickelt und die Besucherströme innerhalb Islands besser verteilt werden.
Bei der nächsten Vergabe von Fördermitteln soll laut Friðriksson ein besonderer Schwerpunkt auf weniger besuchten Gebieten liegen. Gleichzeitig soll der Tourismus besser über das Jahr verteilt werden, um saisonale Schwankungen zu reduzieren.
Neue Flugverbindungen allein reichen nicht
Mit der internationalen Anbindung von Akureyri wurde bereits ein wichtiger Schritt gemacht. Die Flugverbindungen konnten mit Unterstützung des Luftfahrtentwicklungsfonds aufgebaut werden.
Nach Gesprächen mit Tourismusunternehmen vor Ort sieht Friðriksson jedoch weiteren Handlungsbedarf. Es reiche nicht aus, Flugverbindungen zu verbessern und neue touristische Ziele zu erschließen.
„Es reicht nicht aus, die Flugverbindungen zu verbessern und Reiseziele zu erschließen. Auch der Straßentransport muss gewährleistet sein“, erklärte die Ministerin.
Damit rückt die Verkehrsinfrastruktur stärker in den Mittelpunkt der Tourismusplanung. Besucher müssen nicht nur in die Regionen gelangen, sondern sich dort auch zuverlässig zwischen den einzelnen Reisezielen bewegen können. Friðriksson kündigte an, sich nun verstärkt auf diesen Bereich zu konzentrieren.
Ost- und Nordisland sollen stärker profitieren
In Ostisland besuchte Friðriksson unter anderem Mjóeyri Tourist Service, Tanni Travel, die Vök Bäder und Stuðlagil. Bei einer Veranstaltung in Neskaupsstaður betonte sie die Bedeutung ländlicher Regionen für die isländische Wirtschaft.
Für 2027 stehen 800 Millionen ISK aus dem Tourismusentwicklungsfonds zur Verfügung. Bei der Vergabe sollen besonders weniger besuchte Regionen und der Abbau saisonaler Schwankungen berücksichtigt werden. Für das touristische Verbrauchermarketing wurden in diesem Jahr zusätzlich 630 Millionen ISK bereitgestellt.
Auch in Nordisland besuchte die Ministerin Unternehmen und touristische Angebote in Dalvík und Akureyri, darunter Arctic Sea Tours, Arctic Heliskiing und das neue Skáld Hotel.
Natur- und Infrastrukturgebühr geplant
Geplant ist außerdem eine Natur- und Infrastrukturgebühr an beliebten staatseigenen Touristenzielen. Die Einnahmen sollen unter anderem in Infrastruktur, Naturschutz, Tourismusmarketing und Forschung fließen. Damit will Island die Besucherströme stärker auf weniger besuchte Regionen verteilen – und gleichzeitig die dafür notwendige Infrastruktur ausbauen.
Titelbild: Vök Bäder bei Egilstadir
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