Stärkstes Erdbeben seit 2022 erschüttert Region bei Hellisheiði
Ein Erdbeben der Stärke 4,5 hat heute die Region Hellisheiði erschüttert. Es war das stärkste Beben dort seit 2022 und wurde in weiten Teilen Südwestislands deutlich gespürt.
Ein Erdbeben der Stärke 4,5 hat heute den Südwesten Islands erschüttert. Das Epizentrum lag westlich von Húsmúli nahe Hellisheiði. Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes handelt es sich um das stärkste Erdbeben in der Region seit dem Jahr 2022.
Das Beben war in weiten Teilen Südwestislands deutlich zu spüren. Zahlreiche Menschen meldeten Erschütterungen aus Hveragerði, Selfoss, Reykjavík und weiteren Orten. Auch aus Akranes gingen Berichte ein. Beim Wetterdienst gingen innerhalb kurzer Zeit mehr als hundert Wahrnehmungsmeldungen ein.
Das Erdbeben ereignete sich im Zentrum eines Erdbebenschwarms, der gestern Morgen gegen 7 Uhr begonnen hatte. Bis heute wurden bereits rund 600 Erdbeben registriert. Die stärkste Erschütterung wurde kurz vor 14 Uhr gemessen, weitere Nachbeben folgten im Laufe des Tages.
Screenshot von quake.run heute um 20:40 Uhr UTC
Jóhanna Malen Skúladóttir, Expertin für Naturgefahren beim isländischen Wetterdienst, erklärte, dass Erdbeben in diesem Gebiet grundsätzlich häufig auftreten. Die Region liegt in einer aktiven tektonischen Zone, in der sich Spannungen zwischen den Erdplatten regelmäßig entladen. Aufgrund seiner Stärke sei das aktuelle Beben jedoch ungewöhnlich und das stärkste in diesem Gebiet seit drei Jahren.
Nach Einschätzung des Wetterdienstes sind weitere Nachbeben zu erwarten. Diese könnten Magnituden von bis zu drei erreichen. Hinweise auf vulkanische Aktivität oder Magmabewegungen gibt es derzeit nicht. Die gemessenen Erschütterungen werden als normale Verwerfungsbewegungen entlang tektonischer Bruchzonen interpretiert.
Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin. Nach aktuellem Stand gibt es keine Anzeichen für einen bevorstehenden Vulkanausbruch.
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